Mümliswil
Wieder ein Pfarrer für Mümliswil

Grosse Erleichterung und Freude in der Katholischen Kirchgemeinde Mümliswil: Ab September wird die seit Anfang Jahr dauernde priesterlose Zeit zu Ende sein. Dann wird dort Pater Andrzej Lampkowski seine Arbeit aufnehmen.

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Pfarrer

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Zur Verfügung gestellt

Alois Winiger

Die Überraschung war gross an der Kirchgemeindeversammlung vom vergangenen Montag: Unter dem Traktandum «Verschiedenes» trat Pater Andrzej Lampkowski vor die Versammlung und stellte sich als der künftige Priester von Mümliswil vor. Sehr schnell habe er die Sympathie der Anwesenden gewinnen können, berichtet Irmgard Bürgi, Kirchgemeindepräsidentin ad interim. «Alle waren natürlich glücklich und erleichtert, dass die Zeit ohne eigenen Pfarrer im Dorf zu Ende gehen wird.»

Wieder zusammenwachsen lassen

Ende letzten Jahres hatte bekanntlich Pfarrer Werner Maria Reichlin Mümliswil verlassen (wir berichteten). Die verschiedenen Auffassungen über seine Art der Seelsorge hatten zu verdecktem und offenen Streit im Dorf geführt. «Die Bistumsleitung und die Verantwortlichen in der Pfarrei bemühten sich, das gewohnte Angebot an kirchlichen Feiern so weit als irgend möglich aufrechtzuerhalten», sagt Irmgard Bürgi weiter. Natürlich könnten Stellvertretungen niemals das Wirken eines fest angestellten Seelsorgers ersetzen. «Nun hoffen wir, dass mithilfe eines Priesters, der Traditionen weiterführt und gleichzeitig offen ist für andere Ausdrucksformen des Glaubens, die Pfarrei mit der Zeit wieder zu einem Ganzen zusammenwächst.» In Pater Andrzej hoffe man, die geeignete Persönlichkeit gefunden zu haben, und man sei sehr dankbar, dass sich die Situation so positiv entwickelt hat.

Schönstattgemeinschaft

Die Schönstattbewegung ist eine jener Erneuerungsbewegungen der katholischen Kirche, die eine vielfältige Struktur aufweisen, die es allen Gläubigen ermöglichen soll, sich der Bewegung anzuschliessen. Sie können Intensität und Form der Mitarbeit bestimmen. Die Bewegung soll sich so auch der jeweiligen Ortskirche und den Bedürfnissen anpassen können.
Die Schönstattpatres sind eine Priestergemeinschaft, sie sind sehr flexibel in der Lebens- und Arbeitsform und haben keine Gelübde. Die Gemeinschaft kann eigene Häuser und Werke unterhalten (Zentren, Missionen, Schulen, Erwachsenenbildung, Verlage) und steht auch oft im Dienste der Ortskirche. Die Schönstattpatres entstammen der Gesellschaft der Pallottiner, gegründet von Vinzenzo Pallotti. Deren Ziel ist vergleichbar mit jenen eines Ordens, sie kennen jedoch kein Gelübde. (Pd)

Wahlkommission mit 10 Personen

Dass Mümliswil tatsächlich wieder einen eigenen Pfarr-Administrator erhält, ist mit Blick auf den Seelsorgermangel und die angekündigte Neueinteilung der Pastoralräume alles andere als selbstverständlich. «Umso glücklicher sind wir, dass wir beim Bistum Gehör fanden», sagt Irmgard Bürgi. Man werde alles daran setzen, dass Pater Andrzej gut aufgenommen und in seinem Wirken von möglichst allen im Dorf getragen wird. Um dafür schon im Voraus eine breite Basis zu bilden, wurde eine Kommission zur Wahlvorbereitung eingesetzt. Ihr gehörten Leute aus Kirchgemeinderat, Pfarreirat, Kirchenchor, Tobiaschor und Seniorengruppe an sowie Personen im kirchlich pastoralen Dienst. «Ausnahmslos alle hatten nach einem Treffen mit Pater Andrzej einen positiven Eindruck. Darum wurde er einstimmig dem Kirchgemeinderat zur Wahl vorgeschlagen.» Offenbar hätten aber auch die Mümliswiler bei Pater Andrzej gepunktet, «er hätte sich eine andere Pfarrei aussuchen können.»

Auf fünf Jahre befristet

Andrzej Lampkowski ist Pater der Schönstattgemeinschaft (siehe Kasten), geboren 1963 in Polen. Dort und in Deutschland studierte er Theologie, sammelte pastorale Erfahrungen in Chile und der Schweiz und ist seit vier Jahren Vikar in den Pfarreien Hünenberg/Cham. «Die Anstellung basiert auf einer Vereinbarung», erklärt Gudula Metzel, Regionaverantwortliche der Bistumsregion St. Verena. «Die Schönstattgemeinschaft stellt Pater Andrzej Lampkowski für einen fünfjährigen Einsatz im Bistum Basel zur Verfügung.»
Irmgard Bürgi betont: «Wir sind uns bewusst, dass die Anstellung von Pater Andrzej auf fünf Jahre befristet ist.» Doch nach diesen fünf Jahren sollte der Pastorale Entwicklungsplan (PEP) umgesetzt sein und dieser schaffe Voraussetzungen, die man derzeit im Detail noch nicht kenne. «Wir gehen jetzt Schritt für Schritt - gemeinsam, so hoffen wir alle.»