Nadine Böni

Nach einem jahrelangen Streit riss die Gemeinde Magden im Juli ein Rebhäuschen ohne die Kenntnis des Besitzers Hansruedi Böni ab (die AZ berichtete). Jetzt droht der Gemeinde wieder Ärger mit einem Baugesuch: Eine Familie baute unerlaubterweise eine Terrasse zu nahe an den Magdenerbach. Der Kanton interveniert und verlangt den Rückbau der Terrasse. Die Familie wehrt sich öffentlich, es droht der Abbruch der Terrasse. Magden scheint - was Baugesuche betrifft - nicht zur Ruhe zu kommen.

Baugesetz missachtet

«Viele Baugesuche gehen ohne Probleme durch», beschwichtigt Brunette Lüscher, Gemeindeammann von Magden. Für beide Fälle - also für das Rebhäuschen wie auch für die Terrasse - gäbe es klare Auflagen des Kantones, erklärt Lüscher, denn «Baugesuche ausserhalb der Bauzone sowie entlang den Gewässern liegen in der Kompetenz des Kantons». Und die Terrasse liegt einerseits in einer dem gesetzlichen Bachabstand überlagerten Schutzzone und damit ausserhalb der Bauzone. Andererseits dürfen laut gültigem Baugesetz entlang von Gewässern keine Bauten errichtet werden. Also auch nicht am Magdenerbach. Bauten müssen vom Bach einen Abstand von mindestens sechs Metern haben. Die Terrasse erfüllt diese Vorgabe nicht.

Die Familie wehrt sich trotzdem: «Die Humusierung war von der Magdener Baukommission bewilligt.» Dem widerspricht Lüscher nicht: «Die Baukommission und der Kanton erlaubten die Humusierung, die im Baugesuch eingetragen war. Eine Terrasse und weitergehende Aufschüttungen, wie sie vorgenommen wurden, waren darin nirgends ersichtlich. Erst bei der Bauabnahme fielen diese Abweichungen auf.» Das nachträgliche Baugesuch wurde von Kanton und Gemeinde abgelehnt.

Der Fairness wegen

Auf den Vorschlag der Familie, eine Busse zu zahlen, möchte Lüscher nicht eingehen: «Es kann nicht sein, dass wir mit Bussen Unerlaubtes erlauben», sagt Lüscher und erklärt: «Schliesslich könnten solche Bussen dazu animieren, nach Lust und Laune zu bauen und dies nachträglich zu erkaufen.» Lüscher verweist auch auf die Fairness. Sie will umsetzen, was sie bei Amtsantritt versprochen hat: «Ich wurde bei meiner Amtsübernahme in Pflicht genommen, nach gesetzlichen Vorgaben und für alle gleich zu handeln.»