Haben Sie sich wieder aufgeregt? Über drängelnde Pendler, verstopfte Perrons und alte Waggons? 

Dann ist ja alles beim Alten, wie dieser SBB-Werbefilm aus dem Jahre 1953 zeigt. Dieser wollte seinerzeit vor allem das neue Rollmaterial anpreisen. Von den sogenannten Leichtstahlwagen gab es im besagten Jahr jedoch nur 60 statt wie benötigt 100 Stück. 

Und so regt sich der Hauptprotagonist des Films, Herr Huber (gesprochen von Schaggi Streuli), nicht nur über «allewiil de hagels Egoismus» seiner Mitreisenden auf – sondern auch über die vollen Wägen («Ja sowieso – alles wieder gstecket voll wie inere Sardinebüchs ine») und den alten «Nachläufer» Baujahr 1910, in den er deswegen einsteigen muss.

Gestern wie heute wollen die SBB ihren Brummbär-Kunden natürlich aufklären und überzeugen. 

«Sagen Sie uns Ihre Meinung»: Die SBB haben auch heute noch ein Ohr für unzufriedene Kunden.

«Sagen Sie uns Ihre Meinung»: Die SBB haben auch heute noch ein Ohr für unzufriedene Kunden.

Der Film zeigt also, «was überhaupt alles in einem solchen Leichtstahlwagen steckt», der gebaut sei für «ein Maximum an Sicherheit, Bequemlichkeit und Schnelligkeit».

Huber entdeckt den Zug von der Kupplung bis zur Achsenbüchse. Wichtig vor allem die neue Federung – die «schuld daran» sei, dass der Wagen so ruhig unterwegs sei, dass man problemlos Zeitung lesen, Ovi trinken oder auf den Klapptischli schreiben könne. 

Und auch der SBB-Slogan hat sich kaum verändert. «Das reizende Familienbildli» in einem der neuen Abteile sei doch «grad wie dehei amene Sunntignamittag». Eben: «Unterwegs zuhause».

Plakat der SBB-Kampagne «Unterwegs zuhause».

Plakat der SBB-Kampagne «Unterwegs zuhause».