Zürich

Wie weiter nach Studi-Protesten?

Studenten an der Universität Zürich. (Archiv)

Studenten an der Universität Zürich

Studenten an der Universität Zürich. (Archiv)

Die vor gut zwei Wochen erfolgte Hörsaal-Besetzung durch Studenten an der Universität Zürich ist beendet. Dem Protest folgt nun der Dialog über das «Wie weiter?».

Matthias Scharrer

1. Wie kam es zu den Studentenprotesten?
Proteste an deutschen und österreichischen Universitäten griffen auf die Schweiz über. Hörsaal-Besetzungen erfolgten in Bern, Basel und Zürich. Dahinter steckt Unmut vor allem bei Studierenden der Geisteswissenschaften über die europaweit laufende Bologna-Reform und eine damit verbundene Verschulung des Studiums.

2. Was ist das Problem mit «Bologna»?
Aus Sicht der Protestierenden: Zahlreiche Prüfungen sowie ein starres Modulwahlsystem zu Semesterbeginn engen die Freiheit bei der Studiengestaltung ein. Auch erschweren es die knapp angesetzten Regelstudienzeiten, neben dem Studium Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Und: Das Ziel der Bologna-Reform, die studentische Mobilität zwischen Europas Universitäten zu erhöhen, wurde bisher verfehlt. Stattdessen trat zunächst das Gegenteil ein.

3. Was kostet ein Studium?
Die Studiengebühren an der Universität Zürich belaufen sich pro Jahr auf 1378 Franken. Schweizweit liegt die Uni Zürich damit im Mittelfeld. Zum Vergleich: An der ETH Zürich bezahlen Studierende pro Jahr 1288 Franken. Bürgerliche Politiker fordern eine Verdoppelung der Semestergebühren an der Uni Zürich und an den Fachhochschulen.

4. Wie geht es politisch weiter?
Am 14. Dezember beginnt im Zürcher Kantonsrat die Debatte über das Budget des Kantons. Und damit das Seilziehen um ein neues Sparpaket, das auch den Bildungssektor betreffen dürfte. Dem steht die Forderung der Protestierenden nach mehr Geld für Bildung gegenüber.

5. Und was wird aus der Bologna-Reform?
Die vor zehn Jahren lancierte Bologna-Reform ist noch nicht abgeschlossen, auch wenn dieses Jahr mit den Geisteswissenschaften die letzte Fakultät der Uni Zürich auf das Bachelor-Master-System umstellte. Vertreter der Uni-Leitung räumen ein, «Bologna» sei verbesserungsfähig. Man arbeite daran. In zehn Jahren werde das neue System aber «akzeptierte Selbstverständlichkeit» sein, so Rektor Andreas Fischer.

Meistgesehen

Artboard 1