Einwanderung
Wie Schweizer Unis die SVP-Initiative austricksen wollen

Nach dem Ja zur Zuwanderungsinitiative positionieren sich die Universitäten. In der Wissenschaft gelten andere Spielregeln als in der Wirtschaft, heisst es. Die Unis wollen deshalb bei den Kontingenten für Ausländer mitentscheiden.

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Vorlesung an der Uni St. Gallen. (Symbolbild)

Vorlesung an der Uni St. Gallen. (Symbolbild)

Keystone

Das Anforderungsprofil für Forscher sei deutlich spezifischer als bei Wirtschaftsunternehmen, sagen die Rektoren. «Auf eine ausgeschriebene Stelle passen teilweise nur zwei, drei Wissenschafter weltweit», sagt Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich gegenüber der «Schweiz am Sonntag». «Wir sind darauf angewiesen, diese Top-Leute zu bekommen.»

Die Federers der Wissenschaft

Er zieht einen Vergleich: «Tennisspieler gibt es viele, trotzdem können sich nur die wenigsten mit Roger Federer messen.» Damit die Roger Federers der Wissenschaft auch künftig in die Schweiz kommen, haben die Vertreter der Hochschulen dem Bundesamt für Migration kürzlich ihre Eckpunkte vorgelegt.

Vier Eckpunkte

Darin stellen sie vier Forderungen auf: Erstens: Die Offenheit und internationale Ausrichtung der Universitäten müsse gewährleistet bleiben. Die Hochschulen sollen genügend Kontingente erhalten, um so viele qualifizierte Personen wie nötig auf den Campus zu locken. Zweitens: Der Bund dürfe keine Einschränkungen beim Familiennachzug machen. Drittens müsse der administrative Aufwand für die Kandidaten möglicht gering bleiben und viertens sollen die Trägerkantone der Universitäten bei den Kontingenten stärker berücksichtigt werden. (nch/cze)