Wie Muri zum Publikumsmagneten wird

Muri hat ein enorm grosses Kulturangebot. Dennoch sei dieses noch ausbaufähig. Das sagt Susi Losenegger, Leiterin des Tourismus- und Kulturbüros Muri Info und frischgebackene Kulturmanagerin.

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Aargauer Zeitung

Jörg Baumann

Neun Monate lang drückte Susi Losenegger zusammen mit der Wohler Kultursekretärin Claudia Nick, der Murianer Bibliothekarin Karin Brändli und dem Aarauer Historiker und Umweltwissenschafter Raphael Schmid die Schulbank. Mittlerweile haben die vier nun das Diplom als Kulturmanager in der Tasche. «Es war ein strenges Studium. Aber es hat sich gelohnt, dass wir unsere Freizeit dafür geopfert haben», sind sich Susi Losenegger und Claudia Nick einig.

Muri besser vermarkten

Auch für Muri und seine Kulturträger wird sich die Diplomarbeit der vier Verfasser lohnen. Unter dem Titel «Muri entdecken» trugen die vier Diplomanden alles zusammen, was das kulturelle Leben von Muri weiterbringen kann. «Tausende besichtigen jedes Jahr unsere prächtige Klosteranlage in Muri. Aber sie kommen einmal, vielleicht zweimal nach Muri und nicht mehr», sagt Susi Losenegger. «Wir müssen die Besucher dazu bringen, dass sie mehrmals nach Muri reisen.»

Die Klosterführerinnen und -führer leisten eine hervorragende Arbeit. Aber die Themen, die sie an den Führungen nur streifen können, müssten in Zukunft vertieft behandelt werden. «Wir müssen die Kulturprodukte, die Muri zu bieten hat, besser verkaufen», betont die frischgebackene Kulturmanagerin. Susi Losenegger: «Wer durch den Kreuzgang geführt wird, möchte sicher mehr über die Stifter der Wappenscheiben wissen. Unsere Projektarbeit soll den Anstoss dazu geben, dass die Besucher vertiefte Informationen zu den einzelnen Themen erhalten.»

Park, Decke und Fürstabt

Drei Themenkreise, die einen Besucher in Muri besonders fesseln dürften, haben die Diplomanden in ihrer Projektarbeit herausgeschält: Dies sind einerseits die vielfältigen Garten- und Parkanlagen rund um das Kloster. Andererseits ist dies das imposante Deckengemälde in der Klosterkirche aus dem 17. Jahrhundert von Francesco Antonio Giorgioli. Und der dritte Punkt seien der letzte Fürstabt Placidus Zurlauben und seine Familie sowie der von ihm angestossene, aber unvollendet gebliebene Lehmann-Klosterneubau.
Enorm wichtig sei auch, bemerkt Susi Losenegger, dass über die verschiedenen Führungen und Veranstaltungen in Muri eine Erfolgskontrolle geführt werde. «Wir müssen unsere Besucher noch besser anleiten, informieren und sie bei der Stange halten», ist sie sich bewusst.

Kulturtag als Höhepunkt

Mit der Diplomarbeit ist die Arbeit allerdings nicht erledigt. Das Projekt findet seinen Höhepunkt am geplanten Kulturtag in Muri am 16. Mai 2010. Der Kulturtag ist der Startschuss für die in der Projektarbeit entwickelten Führungsmodule.

«Den Murianer Kulturpreis für verdiente Kulturträger gibt es bisher noch nicht. Aber vielleicht können wir ihn einmal einführen», sagt Susi Losenegger. Da sei Wohlen, weniger berühmt als Muri mit seinem Kloster, mit dem Wohler Kulturpreis, der dieses Jahr an das Sternensaal-Team ging, schon einen Schritt weiter, erklärt die Wohler Kultursekretärin Claudia Nick. «In Wohlen ist kulturell gesehen sehr viel los. Nur wissen das noch lange nicht alle», weiss die neue Kulturmanagerin. Doch diesem Thema wird sie sich etwas später widmen.