Spitex
Wie Hochuli die Pflegekosten tief halten will

2000 Pflegeplätze werden im Kanton Aargau bis 2025 nötig. Das zieht Kosten von gut 70 Millionen Franken nach sich. Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli will nun Anreize schaffen, damit die Leute länger zuhause bleiben und so die Zahl der neuen Pflegeplätze tief halten.

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Alterspflege

Alterspflege

Keystone

Angestossen hat das neue Regime der Bund. Er hat letztes Jahr eine neue Verordnung zur Pflegefinanzierung verabschiedet, die 2011 in Kraft tritt und di Kantone nun zu Anpassungen zwingt.

Die Krankenkassen müssen künftig einen vom Bundesrat festgelegten Teil der stationären und ambulanten Pflegekosten übernehmen. Die Patienten sollen ebenfalls einen Teil der Kosten berappen. Die Gemeinden werden für die Restfinanzierung gerade stehen müssen. Neu ist auch, dass Spitex-Leistungen versicherungspflichtig sind.

Hochuli hat heute die Eckwerte für den Kanton Aargau vorgestellt. Danach sollen Patienten in Zukunft zusätzlich zu Franchise und Selbstbehalt 20 Prozent der Kosten überwälzt werden. Pro Tag sind das maximal 21.60 Franken.

Gemeinden kostet es zusätzlich 46 Millionen

Die Gesundheitsdirektorin will aber verhindern, dass pflegebedürftige Menschen deswegen zu Sozialfällen werden. In solchen Fall sollen künftig die Gemeinden gerade stehen. Bei diesen wird das neue Regime jährlich für Mehrkosten von 46 Millionen Franken sorgen.

Die Gemeinden müssen das Geld dem Kanton überweisen, der vorgängig die Rechnungen der Heime bezahlt hat. Dazu schafft der Kanton eine Clearingstelle. Diese soll nicht nur die Rechnungen begleichen, sondern die Gemeinden auch administrativ entlasten.

Die Zusatzkosten für die Pflegefinanzierung sollen künftig beim kantonalen Finanz- und Lastenausgleich mit berücksichtigt werden. Dasselbe gilt auch für die Spitex-Kosten.

Möglichst lange zuhause bleiben

Ziel ist es, dass die Leute möglichst lange zuhause bleiben und mit gezielter Unterstützung möglichst lange selbstständig bleiben, sagte Hochuli. Die Gesundheitsdirektorin setzt dabei auch auf finanzielle Anreize. Bei der Spitex will sie auf die Patientenbeteiligung von 20 Prozent verzichten. Überdies will der Kanton auch neue Alterwohnformen wie Alters-WG gezielt fördern. Hochuli plädiert in diesem Zusammenhang auch für einen Sozialdienst analog zum Militärdienst.

Der Regierungsrat schickt die Vorlage bis Ende Mai in die Anhörung. In der Herbst oder Wintersession soll sie im Grossrat diskutiert werden. Die Inkraftsetzung ist auf Anfang 2011 mit einer einjährigen Übergangsverordnung geplant.

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