Auch für die Nationale Alarmzentrale (NAZ) kam der Meteoritenregen in Russland überraschend. Die NAZ hatte keine Meldung über den möglichen Absturz des Meteoriten erhalten, wie NAZ-Sprecher Christian Fuchs sagt. «Offenbar handelte es sich um ein kleines Objekt, das die Weltraumagenturen nicht im Voraus orten konnten.»

Die NAZ ist die Einsatzorganisation des Bundes für ausserordentliche Ereignisse. Sie wird von der europäischen Weltraumagentur ESA informiert, wenn Satelliten oder Asteroide abzustürzen drohen: «Die Prozesse sind international geregelt», erklärt Fuchs. Die Weltraumagenturen beobachten die Objekte und berechnen, wann und wo sie in die Erdatmosphäre eintreffen werden. Die NAZ erhält durchschnittlich etwa zwei bis drei Meldungen pro Jahr über mögliche Abstürze, meist handelt es sich um Satelliten.

Einsatzraum der Nationalen Alarmzentrale. (zvg)

Einsatzraum der Nationalen Alarmzentrale. (zvg)

Eine Erstmeldung erfolgt oft eine Woche oder noch früher vor dem Ereignis. Zu diesem Zeitpunkt ist aber noch sehr unklar, wann und wo ein Objekt niedergeht. Der voraussichtliche Absturzort kann erst später einigermassen präzise bestimmt werden, wobei aber aufgrund der hohen Geschwindigkeit der Objekte immer noch sehr grosse Räume betroffen sein können: «Es heisst zum Beispiel, ein Satellit wird irgendwo über Italien, der Schweiz, Deutschland oder der Nordsee abstürzen», erklärt Christian Fuchs.

Da der grösste Teil der Erdoberfläche aus Wasser oder unbewohnten Gebieten besteht, sind Schäden durch abstürzende Objekte sehr selten. Grundsätzlich kann man darum keine verhältnismässigen Schutzmassnahmen treffen. Bei Objekten, bei denen man bereits frühzeitig von einem Absturz weiss, macht die NAZ jeweils eine Gefährdungsanalyse. Bei Satelliten wird beispielsweise abgeklärt, wie grosse Trümmerteile zu erwarten sind oder ob der Satellit giftige chemische Substanzen enthält. Entsprechend informiert die NAZ die Einsatzkräfte und die Bevölkerung. (dk)