Dramatisch
Wie der Schweizer Frachter «MCT Breithorn» auf hoher See 105 Flüchtlinge rettete

Gestern Donnerstag rettete der Schweizer Hochseefrachter „MCT Breithorn“ 105 Afrikaner von einem Gummiboot. Ein Schiffsoffizier hat die Szenen gefilmt. Die Flüchtlinge sind in der Zwischenzeit in Sizilien in Sicherheit.

Daniel Fuchs
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Es sind dramatische Szenen, die sich immer wieder auf dem Mittelmeer abspielen. So auch gestern am späteren Nachmittag, als der Kapitän des Schweizer Chemiefrachters „MCT Breithorn“ aus Rom Befehl erhält, Bootsflüchtlinge zu retten.

Rettung gefilmt

Die «MCT Breithorn» gehört der Schweizer SCL-SCT-Group. Sie hatte Ladung aus Libyen und war auf dem Weg nach Sardinien.

Wie der Sprecher, Michael Eichmann, gegenüber der «Nordwestschweiz» sagt, ist die Rettungsaktion reibungslos abgelaufen. Die 18 Mann starke Crew, die aus Kroaten, Ukrainern und Filippinos besteht, nahm die Flüchtlinge professionell und freundlich in Empfang. Das zeigen die Videosequenzen, die der erste Brückenoffizier, Zauhar Denis, auf Youtube gestellt hat.

Die 105 Männer aus Gambia, Mali, Guinea, Südsudan und Eritrea werden auf der Brücke in Empfang genommen, nach gefährlichen Gegenständen abgetastet und freundlich begrüsst. Wie Eichmann sagt, ist dies die erste solche Rettungsaktion der Schweizer Hochseeflotte.

«MCT Breithorn» wieder unterwegs

Die «MCT Breithorn» setzte die 105 geretteten Männer noch gestern Abend in der sizilianischen Hafenstadt Trapani ab. Heute Morgen lief der Frachter aus dem Hafen aus und nahm Kurs auf das reguläre Ziel in Sardinien.

Gemäss Angaben aus dem UNO-Flüchtlingswerk UNHCR kommt es auf dem Mittelmeer wöchentlich zu mehreren Rettungsaktionen durch zivile Schiffe.

Weil das italienische Rettungsprogramm «Mare Nostrum» nun von einem kleineren EU-Programm abgelöst wird, rechnet man beim UNHCR künftig mit noch mehr Rettungen durch private Schiffe.

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