Während seiner Amtszeit indes brachte man den Namen des Finanzministers jahrelang mit einem ganz anderen Lachen in Verbindung: So brauchte man Merz’ Amtskollegen Pascal Couchepin das Wort «Konsolidierungsprogramm» nur zuzuflüstern – schon brach der Walliser in lautes Prusten aus. Mit seinem «Konsolidierungsprogramm» wollte Merz die Personalkosten des Bundes senken. Der joviale Couchepin aber johlte bloss: «Konsolidierungsdings? Wo wollen Sie denn bei mir sparen?»

Immerhin: In den Jahren 2004 bis 2008 war der Personalaufwand beim Bund tatsächlich leicht rückläufig. Umso stärker freilich ist er seither wieder gestiegen – heute liegen die entsprechenden Kosten um über eine Milliarde Franken höher als 2004. Die Ursachen für dieses Wachstum sind allzu häufig erschreckend banal. Gewiss hat die Verwaltung stetig mehr Pflichten zu bewältigen. Dann gibt es aber eben auch jenen Chef, der seiner Sektion mehr Bedeutung verleihen möchte, darum einen zusätzlichen wissenschaftlichen Mitarbeiter beantragt. Ein Abteilungsleiter wiederum muss die Sprachenquote erfüllen und stellt zusätzlich einen Tessiner Juristen ein. — Was in dieser Verknappung vielleicht polemisch klingt, ist keineswegs so gemeint: Schliesslich ist jeder Staatsangestellte ein guter Steuerzahler und noch besserer Konsument, der die Wirtschaft am Laufen hält.

Wie auch immer: Angesichts der letztlich vergeblichen Sparbemühungen der vergangenen zehn Jahre kann die Flapsigkeit nicht verwundern, mit welcher die heutige Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf in der Öffentlichkeit über den Personaletat spricht. Dem Bund droht ein Abbau von 1600 Stellen? Oder sind es 2600? Einerlei! Am Ende werden die anderen Regierungskollegen oder das Parlament die Streichung in dieser Form ohnehin nicht beschliessen. Und selbst wenn irgendwo ausnahmsweise doch ein Posten aufgehoben wird – an einem anderen Ort werden über kurz lang zwei neue geschaffen.