Steinbruch
Widerstand gegen neuen Steinbruch

Weder Kies noch Kalkstein soll in Erlinsbach SO abgebaut werden: Nach dem Protest gegen die Kiesgrube Birch-Nord, wehren sich Bewohner jetzt auch gegen eine Erweiterung des Steinbruchs Gugen.

Merken
Drucken
Teilen
Steinbruch

Steinbruch

Aargauer Zeitung

Sabine Kuster

Seit Jahren ist es still um den Steinbruch am Gugen oberhalb Erlinsbach SO. Nur Wanderer kommen vorbei und Picknicken auf der kleinen Wiese daneben. Das könnte sich nach Anpassung des kantonalen Richtplans für den Abbau von Steinen und Erde bald ändern. Demnach erlaubt der Kanton Solothurn neu eine Erweiterung des Steinbruchs und den Abbau von 500000 Kubikmeter Juramergel - das sind 100 mal 100 mal 50 Meter.

Mehr Lastwagenverkehr

Wie schon gegen die Erweiterung der Kiesgrube Birch-Nord wehren sich nun einige Erlinsbacher auch in diesem Punkt gegen den Richtplan. Rund 30 Bewohner haben einen Brief an den Kanton unterschrieben, der ihre Einwände auflistet: Der Gugen sei ein beliebtes Naherholungsgebiet und würde durch den Betrieb eines Steinbruchs und den damit verbundenen Lastwagenverkehr stark beeinträchtigt. Zudem sei das Gebiet reich an Naturwerten wie Orchideen und Brutort der Kolkraben.

Für die Erweiterung des Steinbruchs ist kein Sichtschutz möglich, dies weist das Objektblatt Gugen aus, das noch bis am 23. März bei der Gemeinde aufliegt und im Internet eingesehen werden kann (www.so.ch).

Ausserdem gehört der Gugen zum Bundesinventar der Landschaften und Kulturdenkmäler (BLN). «Eigentlich darf man in solchem Gebiet nichts abbauen», sagt Projektleiterin Céline Pittet vom kantonalen Amt für Umwelt. Doch der geplante Ausbau sei klein und der Steinbruch liege nur am Rande des BLN-Gebietes. - Der Bund wird das letzte Wort zum Steinbruch Gugen haben.

Doch auch wenn der Bund grünes Licht gibt: Der Richtplan schreibt vor, dass zudem der Bedarf an Juramergel (Gestein aus Kalk und Ton) für die Region nachgewiesen werden muss.

Dennoch muss jetzt gehandelt werden: Wer bis zum 23. März seine Einwände nicht beim Kanton deponiert, kann nach der Festsetzung des Richtplans nicht Beschwerde einreichen. Einwände können momentan auch Privatpersonen machen - Beschwerde führen können später nur noch Gemeinden.

Gemeinde soll unterstützen

Die besorgten Erlinsbacher bitten die Gemeinde Erlinsbach in einem zweiten Brief schon jetzt um Unterstützung und ausführliche Information. Während die Gemeinde wegen der Kiesgrube beim Kanton schon heftig protestiert und gefordert hatte, das Gebiet Birch-Nord in die «langfristige Reserve» zurück zu stufen, hat sie vor allem Massnahmen für die Regelung der Zufahrt verlangt. Diese darf nicht direkt ins Dorf führen. Einen Ausbau der Strasse nach Stüsslingen müsste die Firma Huber in Aarau, welcher der bestehende Steinbruch gehört, wohl selbst finanzieren.