Cybathlon

Wettkampf der «Robotermenschen»: Zwei Schweizer Teams auf dem ersten Platz

Erstes Cybathlon in Kloten

Erstes Cybathlon in Kloten

Die ETH Zürich hat weltweit das erste Cybathlon durchgeführt. Dabei überwinden körperbehinderte Athleten Alltagsprobleme mit Hightech-Hilfsmitteln.

Am Cybathlon messen sich diesen Samstag 72 Teams aus 25 Ländern, um die Alltagstauglichkeit technischer Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen zu testen. Fünf der sechs teilnehmenden Schweizer Teams sind ins Finale vorgerückt.

Zwei Schweizer Teams durften sich am Cybathlon über einen ersten Platz freuen: Ein Team der EPFL im virtuellen Rennen mit Gedankensteuerung und ein Team der Hochschule Rapperswil im Hindernisparcours für Rollstühle.

Grossen Erfolg unter den fünf Schweizer Teams im Cybathlon-Finale feierten die "Brain Tweakers" der ETH Lausanne (EPFL) mit ihrer Hirn-Computer-Schnittstelle. Ihre beiden Piloten, Numa Poujouly und Eric Anselmo, belegten im virtuellen Rennen mit Gedankensteuerung den ersten und vierten Platz.

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Olympiade der Cyborgs in Zürich

Olympiade der Cyborgs in Zürich

Zürich - 08.10.16 - Die ETH Zürich veranstaltet in der Swiss Arena in Kloten ZH zum ersten Mal einen grossen "Wettkampf der Prothesen" oder "Cyborg"-Wettkampf. 72 Teams aus 25 Ländern treten bei dem Wettbewerb an. An der ersten Cyborg-Olympiade der Welt sind die Teilnehmer ausgerüstet mit High-Tech-Rollstühlen, Prothesen und anderen Hilfsmitteln.

Ebenfalls über einen ersten Platz konnte sich Pilot Florian Hauser und sein Team "HSR Enhanced" der Hochschule Rapperswil im Rollstuhl-Hindernisparcours freuen. Durch Gewichtsverlagerung des Piloten schaffte der Rollstuhl auch das grösste Hindernis - mehrere Treppenstufen - hinauf und hinunter.

ETH-Cybathlon in Zürich

ETH-Cybathlon in Zürich

Zürich - 08.10.16 - Die ETH Zürich veranstaltet in der Swiss Arena in Kloten ZH zum ersten Mal einen grossen "Wettkampf der Prothesen" oder "Cyborg"-Wettkampf. 72 Teams aus 25 Ländern treten bei dem Wettbewerb an. An der ersten Cyborg-Olympiade der Welt sind die Teilnehmer ausgerüstet mit High-Tech-Rollstühlen, Prothesen und anderen Hilfsmitteln.

Im Velorennen mit elektrischer Muskelstimulation belegte Julien Jouffroy vom Team IRPT/SPZ der Berner Fachhochschule den dritten Platz. Bei dem Rennen wurden die gelähmten Beinmuskeln der Pilotinnen und Piloten per elektrischen Impulsen stimuliert und zur Kontraktion gebracht, so dass sie in die Pedale treten. Die Stimulationsmuster dürfen die Muskeln dabei nicht zu schnell ermüden lassen.

ETH-Cybathlon: Drei Teilnehmer und ihre Diszplinen

ETH-Cybathlon: Drei Teilnehmer und ihre Diszplinen

Zürich/Lausanne - 7.10.16 - Am Samstag treten körperlich behinderte Athleten beim ETH-Cybathlon in sechs Diszplinen gegeneinander an. Dabei werden sie unterstützt von ETH-Forschern und neuesten Technologien. Drei Schweizer Teilnehmer stellen ihre Disziplin und ihre Hilfsmittel vor.

Ein bisschen vom Pech verfolgt waren die beiden Teams der ETH Zürich, die den Cybathlon veranstaltete. Der treppensteigende Rollstuhl Scewo blieb schon in der Vorrunde direkt am Start des Rollstuhl-Parcours stecken und bewegte sich nicht mehr. Und das Exoskelett VariLeg zog zwar ins Finale ein, bereitete aber seinem Piloten Philipp Wipfli sichtlich Mühe. Trotzdem gab es für VariLeg noch den fünften Platz im Hindernisrennen der Exoskelette.

Besser platzierte sich das Exoskelett des Teams PolyWalk EPFL von der ETH Lausanne, gesteuert von Silke Pan. Sie erreichte immerhin den vierten Rang.

Fünf Schweizer Finalisten

Am Cybathlon messen sich diesen Samstag 72 Teams aus 25 Ländern, um die Alltagstauglichkeit technischer Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen zu testen. Fünf der sechs teilnehmenden Schweizer Teams sind ins Finale vorgerückt.

Das Team HSR Enhanced der Hochschule Rapperswil hat es mit seinem Piloten Florian Hauser im Rollstuhl-Hindernisparcours ins Finale geschafft. Der Trick des Systems beruht darauf, dass das Gewicht des mit ausgestreckten Beinen sitzenden Nutzers bei Bedarf verlagert werden kann. Relativ zu den vier Rädern fährt der Sitz dafür nach vorne oder hinten.

So können beispielsweise bei Treppen erst die beiden Vorderräder auf eine Stufe angehoben werden, dann fährt der Sitz des Piloten nach vorne und nimmt Gewicht von den Hinterrädern, die so leichter nachgezogen werden können.

Das Team Scewo der ETH Zürich musste wegen Startschwierigkeiten beim Rollstuhl-Parcours aufgeben und hat sich nicht fürs Finale qualifiziert.

Exoskelette mit Problemen

Ebenfalls mit Schwierigkeiten kämpfte Philipp Wipfli vom Team VariLeg der ETH Zürich. Nach etwa zwei Dritteln des Hindernisparcours für Exoskelette - also roboterisierte Gehhilfen - musste Wipfli aufgeben. Zu wenig rund lief das Gerät, das von der Idee her Kniegelenke mit variabler Steifheit besitzen sollte. Diese Funktion konnte das Entwicklerteam jedoch im Vorfeld nicht recht zum Laufen bringen.

Silke Pan vom Team PolyWalk EPFL scheiterte im Parcours an der letzten Aufgabe, dem Treppensteigen. Trotzdem reichte es für beide Teams, VariLeg und PolyWalk EPFL, für den Einzug ins Finale, letzteres Team in den Wettstreit um die Plätze eins bis vier, VariLeg für die Plätze fünf bis acht.

Runder lief es für das Team Brain Tweakers der ETH Lausanne (EPFL) beim Wettrennen mit Gedankensteuerung. Dabei steuerten die vom Hals an abwärts gelähmten Teilnehmer mittels einer Gehirn-Computer-Schnittstelle eine virtuelle Figur (Avatar) auf einer virtuellen Rennbahn. Durch Gedankensteuerung konnten sie ihre Figur rotieren, rutschen oder springen lassen, um voran zu kommen. Bei dieser Disziplin geht es um die Technik, um auch Rollstühle dereinst per Gedanken steuern zu können.

EPFL-Team beim Gedankenrennen-Finale

Die Brain Tweakers traten sogar mit zwei Piloten bei diesem Rennen an und schafften es mit beiden ins Finale. Wie viele andere Teams setzten sie auf eine EEG-Haube, um die Hirnströmungen ihrer Piloten Numa Poujouly und Eric Anselmo zu messen und von einer Software in Bewegungen des Avatars übersetzen zu lassen. Beide konnten sich im Rennen klar gegen ihre Mitstreiter durchsetzen und ziehen ins Finale ein.

Ebenfalls erfreulich lief es für den Piloten Julien Jouffroy vom Team IRPT/SPZ von der Berner Fachhochschule. Beim Velorennen mit elektrischer Muskelstimulation qualifizierte er sich fürs Finale.

Im Hindernisrennen für Beinprothesen hat kein Schweizer Team teilgenommen. Ebenfalls ohne Schweizer Beteiligung verlief der Wettkampf im Parcours mit Armprothesen, bei denen die Teilnehmer feinmotorische Aufgaben lösen mussten, wie beispielsweise Wäsche aufhängen. Das Team Le Mano der ETH Lausanne und der italienischen Scuola Superiore Sant'Anna ist nicht angetreten. Der Grund wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben.

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