Der US-Vizestaatssekretär für Menschenrechte, Michael Posner, verurteilte bei der Debatte in Genf "die gewalttätige und ungerechte Unterdrückung unschuldiger iranischer Bürger", die an Festnahmen, Verletzten und Getöteten abzulesen sei.

Die westlichen Staaten, darunter Deutschland, Grossbritannien, Italien und Kanada, warfen dem Iran ausserdem die Diskriminierung von Frauen und religiösen Minderheiten vor. Sie forderten das Land auf, den UNO-Berichterstatter für Folter sowie andere UNO-Experten ins Land zu lassen.

Der iranische Delegationsleiter und Vorsitzende des iranischen Menschenrechtsrats, Mohammed Dschabad, Laridschani beteuerte in seiner Rede das "entschiedene Engagement" Teherans für die Menschenrechte. Der Westen messe mit zweierlei Mass. Tatsächlich aber sei der Iran "ein Modell der freundschaftlichen und brüderlichen Koexistenz".

Laridschanis Aussagen stiessen bei Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf bittere Kritik: Sie sprachen gegenüber den Medien von einem "einzigartigen Zynismus". "Der Iran geht derzeit durch die schwärzeste Periode seit zwanzig Jahren und wir haben nicht ein einziges Wort des Bedauerns gehört", sagte der Vizepräsident der Föderation der Menschenrechtsligen (FIDH), Karim Lahidschi.

Vor dem UNO-Gebäude in Genf demonstrierten zudem etwa 500 Gegner der iranischen Regierung. Sie kamen aus ganz Europa und vertraten verschiedene politische Strömungen der Opposition. Sie wollten bis Mittwoch, wenn die Ergebnisse der Debatte veröffentlicht werden, vor Ort bleiben.