Der Junge lernte den Düsseldorfer Werner C. im Internet kennen. Beide spielten das Game «Minecraft». C. war Administrator und konnte dem 12-Jährigen Vergünstigungen verschaffen. So erlangte er das Vertrauen des Buben – und konnte ihn schliesslich zu sich locken. 

Am 18. Juni verliess der Junge sein Zuhause und verschwand. Die Polizei fand sein blaues Velo an einer Mauer angelehnt. Danach startete die Suche nach dem Vermissten. Eine Woche später fand sie ein Ende: Im Dachstock eines Hauses in Düsseldorf nahm die Polizei einen 35-jährigen Mann fest. Dieser lag zum Zeitpunkt des Zugriffs durch das Sondereinsatzkommando nackt mit dem Jungen im Bett.  

Er wollte erst nicht mitgehen

C. soll den den Jungen mithilfe privater Informationen, die der 12-Jährige im Online-Game ausplauderte, überredet haben, mit ihm zu leben. Am 18. Juli sollen sich die beiden in Härkingen getroffen haben. Zur Begrüssung habe der 35-Jährige «dem erstaunten Kind einen sogenannten Zungenkuss gegeben», zitiert 20min.ch aus einer Pressevorschau des Landgerichts Düsseldorf.

Zunächst habe er nicht mitgehen wollen, C. schaffte es aber, den Buben umzustimmen. Danach reisten beide mit Zug und Bus nach Düsseldorf.

In C.s Wohnung wurde der Junge insgesamt acht Tage und Nächte festgehalten und 15-mal schwer sexuell missbraucht worden sein – bis das Sonderkommando zugriff. 

Für den forensischen Psychiater Josef Sachs ist klar, dass es sich beim Schweizer um einen skrupellosen Pädophilen handelt, wie er gegenüber «TeleM1» sagt. «Es handelt sich um ein brutales Vorgehen. Das zeigt, dass die Hemmungen bei diesem Mann völlig verloren gingen.»

Im Dezember 2016 muss sich Werner C. vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten. Ausser dem sexuellen Missbrauch des Jungen wird ihm auch noch der Besitz von Kinderpornos vorgeworfen. Ermittler fanden 2501 Fotos und 642 Videos auf seinem Computer. Es soll noch weitere Opfer geben.

Der Hilfskoch sitzt in Untersuchungshaft. Die Verhandlungen sind für den 2., 7. und 9. Dezember angesetzt. (ldu)

(24.11.2016)