Doppelbürgerschaft
Wermuth kritisiert Bundesrats-Kandidat Cassis wegen Pass-Rückgabe: «Charakterloser Kniefall vor Nationalisten»

Bundesratskandidat Ignazio Cassis gibt seinen italienischen Pass ab. Dafür wird er nun von Links kritisiert: «Kann der Freisinn noch tiefer sinken?», fragt der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth auf Twitter.

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Cédric Wermuth (links) kritisiert Ignazio Cassis scharf, weil dieser seinen italienischen Pass abgegeben hat.

Cédric Wermuth (links) kritisiert Ignazio Cassis scharf, weil dieser seinen italienischen Pass abgegeben hat.

Keystone

Der FDP-Bundesratskandidat Ignazio Cassis verzichtet auf den italienischen Pass, weil er sich für die Kandidatur in die Landesregierung zur Verfügung stellt – dies gab Cassis vor knapp einer Woche bekannt. Dies, als auch die Doppelbürgerschaft des Genfer Staatsrats Pierrre Maudet, der ebenfalls Bundesrat werden möchte, sorgte für eine Debatte um politische Loyalität.

Dass Cassis seinen italienischen Pass abgegeben hat, sorgt für Kritik bis ins bürgerliche Lager, wie der Tagesanzeiger berichtet. In Gang gebracht hat die Diskussion der Aargauer Nationalrat Cédric Wermuth (SP), der auf Twitter schreibt: «Charakterloser Kniefall vor den Nationalisten. Kann der Freisinn noch tiefer sinken?»

Gegenüber dem Tagesanzeiger sagt BDP-Präsident Martin Landolt, er sei «enttäuscht» von Cassis. «Wer ein Leben lang eine zweite Staatsbürgerschaft hatte, sollte sie nicht kurzfristig über Bord werfen, bloss weil er Bundesrat werden möchte.» Andere bürgerliche Politiker, etwa Yannick Buttet (CVP), werfen Cassis vor, sich dem Druck der SVP gebeugt zu haben.

Cassis selbst hatte schon früher geäussert, er halte die Diskussionen für berechtigt. «Für mich ist klar, dass wenn jemand Mitglied unser Landesregierung ist, dann dürfen keine Zweifel auf seine Loyalität zur Schweiz entstehen.» (kob)