Chantal Galladé (ZH), Silvia Schenker (BS), Anita Fetz (BS), Claude Janiak (BL), Bea Heim (SO), Evi Allemann (BE), Daniel Jositsch (ZH) und Andy Tschümperlin (SZ). Das sind nur einige von etwa 20 SP-Politikern, die sich am Freitag zu einem Komitee zusammenschliessen, um sich gemeinsam für den Gegenvorschlag zur Ausschaffungsinitiative einzusetzen. Im erweiterten Kreis der Gruppe engagieren sich der ehemalige Parteipräsident Hans-Jürg Fehr (SH), Bundesrätin Simonetta Sommaruga (BE) und offenbar auch die Aargauer Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer.

«Wer das zwei Mal Nein propagiert, macht sich zum Steigbügelhalter für den Erfolg der Initiative und der fremdenfeindlichen Stimmung», begründet Nationalrätin Bea Heim die Vorbehalte gegenüber dem Entscheid der Delegiertenversammlung.

«Ich respektiere den Entscheid der Partei»

Sich nicht im Komitee engagieren wird hingegen der Aargauer Nationalrat Max Chopard: «Ich engagiere mich für den Gegenvorschlag. Im Komitee werde ich aber trotzdem nicht sein. Denn ich respektiere den Entscheid der Partei und will nicht intern gegen die gefasste Parole antreten», sagt er gegenüber az. Mit dem Ja für den Gegenvorschlag schlägt auch er sich auf die Seite der Pragmatiker in der Partei: Die SVP-Initiative soll verhindert werden.

Nichts von Pragmatismus wissen will Mitgründer des Komitees Andy Tschümperlin: «Wir sehen der Realität ins Auge - das ist keine Frage der Pragmatik. Wir gehen davon aus, dass die Ausschaffungsinitiative angenommen wird. Verhindert werden kann sie nur, wenn der Gegenvorschlag Volk- und Ständemehr erreicht.»

«Parteiprogramm hat wenig Einfluss auf politische Arbeit»

Die Befürworter des Gegenvorschlags relativieren zudem die Bedeutung des Parteiprogramms. «Auf die tägliche Arbeit von National- und Ständeräten hat das Parteiprogramm wenig Einfluss. Im Programm geht es um Visionen - Bildung, Europa, Armee, Sozialwesen. Unsere parlamentarische Arbeit führen wir aber wie bis anhin weiter», sagt Nationalrätin Evi Allemann.

Wieso ein Komitee, Frau Allemann? «In einer Partei muss es für verschiedene Argumentationen Platz haben. Das Komitee hat auch dank dem Entscheid der Bundesfraktion eine grosse Legitimation. Denn dort wurde mit 20 zu 16 Stimmen für den Gegenvorschlag votiert.»

Die Gruppe begann bereits vor dem Parteitag in Lausanne sich zu organisieren, entsprechend weit fortgeschritten seien die Vorbereitungen der Komiteegründung, sagt Andy Tschümperlin. Stichtag ist der kommende Freitag. Dann treten die aus dem neugefassten Parteimantra Ausscherenden mit einer Pressekonferenz vor die Medien.