Wahl Gemeindeammann
Wer springt auf das Karussell?

Nach der Bekanntgabe des Rücktritts von Gemeindeammann Peter Oggenfuss köchelt in Berikon die Gerüchteküche: Wer macht in der kommenden Amtsperiode den Ammann? Eine Umfrage der AZ Freiamt ergibt, dass der parteilose Stefan Bossard gute Chancen hätte.

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Aargauer Zeitung

Dino Nodari

Stefan Bossard steht auf der Poleposition für das Ammannamt. Vieles deutet darauf hin, dass der parteilose Gemeinderat auf eine breite Unterstützung zählen dürfte. Neben Stefan Bossard ist das Ammannamt auch für Rosmarie Groux (sp) ein Thema. Sie mache sich Überlegungen, sagte die Vizeamtsfrau und Grossrätin auf Anfrage. «Vor einem definitiven Entscheid braucht es aber noch einige Gespräche.» Zum heutigen Zeitpunkt eher nicht kandidieren möchte FDP-Gemeinderat Felix Baur. Sein Parteikollege im Gemeinderat, Alfred Bossard, möchte noch nicht Stellung zu dieser Frage nehmen. Erst will er im Gemeinderat darüber debattieren. Otto Eggimann, der CVP-Kandidat, möchte zwar in den Gemeinderat, jedoch nicht den Ammann machen.

«Würde mich reizen»

«Die Aufgabe würde mich reizen», gesteht Stefan Bossard. Noch habe er allerdings nicht entschieden, ob er überhaupt kandidieren wolle. Allerdings überlege er es sich ernsthaft. Bevor er seinen Entscheid bekannt gibt, will er erst noch intensive Gespräche mit seiner Familie und dem Arbeitgeber führen. Dass er keiner Partei angehört, sieht Bossard als Vorteil, er habe sich gut zwischen den Parteien platzieren können.

Für Orts-FDP-Präsident Samuel Sommerhalder ist klar, dass es jemanden mit Charisma als Ammann brauche. Er könnte sich Stefan Bossard in diesem Amt vorstellen. «Er würde wohl auch auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung zählen können.» Allerdings ist für Samuel Sommerhalder klar, dass die FDP noch einige Forderungen an den möglichen neuen Gemeindeamann von Berikon hätte.

Einheit im Gemeinderat

Einen Schritt weiter ist die CVP. Die Partei hat bereits das Gespräch mit dem Gemeinderat gesucht, dies bestätigt Ortsparteipräsident Nick Wettstein. «Stefan Bossard hat im Dorf eine grosse Akzeptanz und er ist jemand, der nicht polarisiert.» Als Parteiloser könnte er auch eine Einheit im Gemeinderat hinbringen.

Kommt es zur Kampfwahl?

Gewisse Vorbehalte hat die SVP. Nach nur einem Jahr im Gemeinderat sei Stefan Bossard noch schwierig einzuschätzen, meint Ortsparteipräsident Gregor Biffiger. Grundsätzlich könnte er ihn sich aber schon als Gemeindeammann vorstellen. Vollkommen undenkbar sei für ihn hingegen Rosmarie Groux. Gregor Biffiger ist überzeugt, dass es im Herbst zu einer Kampfwahl kommen wird.

Für den EVP-Parteipräsident Christoph Steinemann sind sowohl Rosmarie Groux als auch Stefan Bossard denkbar. «Beide gehen offen mit Problemen um und packen diese auch aktiv an.» Wichtig ist für Steinemann auch, dass beide Kandidaten über ihren eigenen Schatten springen können, wenn es nötig ist.

Bewusst aus dem Wahlkampf raushalten will sich der scheidende Ammann Peter Oggenfuss. Zwar habe er jemanden im Blickfeld, aber diese Arbeit überlasse er den Parteien, sagt der CVP-Politiker. Die Arbeit im Gemeindrat habe ihm Spass gemacht. Er trete zurück, weil er beruflich grössere Projekte anpacken wolle und auch etwas mehr Freizeit haben möchte.

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