thilo sarrazin

Wer ist der Mann, über den sich ganz Deutschland aufregt?

Sarrazin ist so etwas wie der Krawallmacher in der deutschen Politik. Mit seinen umstrittenen Thesen über Migranten und Integration stösst er in Politik und Medien auf Empörung. Heute soll sich entscheiden, ob er seinen Job als Vorstand der Bank verliert.

Viel ist die Rede von Sarrazins umstrittenen Aussagen gegn Juden. Auch gegen Muslime hat er ja schon gewettert, oder gegen Harz IV-Bezüger. Noch viel mehr ist über ihn geschrieben worden in den letzten Tagen. Bleibt zu klären, wer der Mann ist, der so viel Entrüstung hervorruft - und woher er kommt?

Seine Herkunft

Sarrazin ist das älteste von vier Kindern aus einer ,Hugenottenfamili die ursprünglich  aus Lyon (F) kommt. Er kam 1945 in Gera zur Welt. Vor den Russen flüchtet er mit der Mutter nach Recklinghausen. Der Vater istin Kriegsgefangenschaft bis herbst 1945.

Seine Krankheit

2004 drückte ein gutartiger Tumor auf Sarrazins Hörnerv - OP! Seither ist die rechte Gesichtshälfte teilweise gelähmt. Er sagt darüber: «Mit wachsendem Alter verlieren Schönheitsfragen an relativer Bedeutung.»

Sein Autoritätsproblem

Sarrzins grösstes Porblem: Sein Ego. Es ist nicht nur gross, sondern vor allem scheint es unbezähmbar («Ich hatte immer das Gefühl, ich weiss es besser.»). Bahn-Chef Mehdorn feuerte ihn aus dem Bahn-Vorstand. Mit Finanzminister Eichel (SPD) überwarf er sich. Sarrazin ist ein ultranüchterner Mensch, ein Zahlen- und Statistikfanatiker - und leider ohne jegliches Fignersptizengefühl.

Sein Stottern

Soll daher kommen, dass er als Kind vom Linkshänder zum Rechtshänder getrimmt wurde.

Seine Familie

Sarrazin hat ein total intaktes Familienleben. Er ist seit 36 Jahren verheiratet mit Grundbesitzertochter Ursula (59), einer Primarlehrerin.Sie haben zwei erwachsene Söhne und leben in einem Einfamilienhaus mit Garten in Berlin.

Sein Glaube

Evangelisch. Pragmatisch und nüchtern wie er ist, trat er mit 26 aus der Kirche aus.

Seine Sport

Golf

Sein Tick

Zahlen, Statistiken, Tabellen sind seine Leibspeise. Tortendiagramme auf Präsentationen und Arbeitspapieren erstellt er immer selbst.

Sein Studium

Er studierte Volkswirtschaft in Bonn. Pormovierte mit «magna cum laude» zum Dr. rer. pol.

Seine Karriere

Diente unter neun Ministern, acht Staatssekretären, drei Ministerpräsidenten (u. a. Rudolf Scharping). Stieg trotz SPD-Parteibuch unter Finanzminister Theo Waigel (CSU) auf. Fachwissen und Erfolg (z. B. als Finanzsenator in Berlin) unbestritten. Bundesverdienstkreuzträger.

Sarrrazin als Chef

So krawallig er auftritt, so nett muss er als Chef sein. Bei seinen Mitarbeitern ist er beliebt und wird geschätzt. Er sll ein guter, loyaler Chef sein. Lädt enge Mitarbeiter bei besonderen Anlässen ins Restaurant ein - und zahlt privat!

Sein Asset

Spitze, vernichtende Wortwahl. Verbal entpuppt er sich als rücksichtsloses alphatier, das seine Zunge nicht im Zaum halten und als arrogant abgestempelt werden kann. Kritische Studenten nannte er schon mal «Arschlöcher».

Sein Super-Fauxpas

Nach der Pressekonferenz zu seinem Buch «Deutschland schafft sich ab» am 31. August wurde Sarrazin von der Berliner Tageszeitung «BZ» interviewt. intervieer war mIchel Friedman, einst Vorsitzender der Dweutschen Juden. Thema waren Sarrazins Thesen zu einem angeblichen Gen, das sich «alle Juden teilen». Friedman hakte immer wieder nach, forderte vom Autor Belege für seine Behauptung. Am Ende brach Sarrazins Presseagent das Interview entnervt ab. Und dann fiel der fatale Satz des SPD-Politikers und Bundesbankvorstands: «Herr Friedman, heute waren Sie ein Arschloch!»

(cls)

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