Wahl Knonauer Gemeinderat

Wer holt den fünften Sitz in Knonau?

Neben vier Bisherigen, deren Wiederwahl vorausgesetzt werden kann, kandidieren zwei Neue für den fünfköpfigen Knonauer Gemeinderat: Marianne Mühl und Rico Roth. Wer holt am 31. Januar diesen fünften Sitz?

Die Knonauer Exekutive zeichnet sich durch stabile Verhältnisse aus: Walter von Siebenthal amtet seit 1990 als Finanzvorstand, seit 1998 als Gemeindepräsident und Finanzvorstand. Tiefbau- und Werkvorstand Jean Gut ist gar seit 1986 Mitglied; Sozialvorstand Peter Zürcher seit 2002 und Hochbauvorsteherin Esther Breitenmoser seit 2004. Erich Erb, für Polizei, Feuerwehr, Kläranlage und Kabelfernsehen zuständig, demissionierte hingegen nach nur zwei Jahren.

Für diesen frei werdenden Sitz bewerben sich Marianne Mühl, die seit vier Jahren der Fürsorgebehörde angehört. Ihr berufliches Wissen (eigener Handels- und Dienstleistungsbetrieb im textilen Bereich) will sie nun im Gemeinderat einbringen. «Mein Ziel ist es, mit all diesem Wissen, der Lebenserfahrung und meinen Kenntnissen im kaufmännischen und sozialen Bereich die ganze Kraft für die Gemeinde Knonau ausgewogen einzusetzen», hält sie im «Anzeiger» vom 12. Januar fest.

Der in Knonau aufgewachsene Rico Roth gehörte der Primarschulpflege an, verfügt also über Behördenerfahrung. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Steueramt der Stadt Zürich und führt dort den Bereich Kunden. Die Aufgabe beinhaltet hauptsächlich Tätigkeiten im direkten Kontakt mit den Steuerpflichtigen, respektive Kunden.

Naheliegend, dass Rico Roth im Bereich Steuern und Finanzen zu Hause ist. Hier sieht er auch im Gemeinderat eine Herausforderung. «Mit dem Neuen Finanzausgleich wird der richtige Zeitpunkt bald kommen, um etwas zu bewegen - Knonau ist ja auch eine Wachstumsgemeinde», sagt er, betont aber auch, dass er sich im Gemeinderat auch eine Tätigkeit ausserhalb des Finanzbereichs gut vorstellen kann. Klar, gesucht wird ja ein Gemeinderat oder eine Gemeinderätin und kein Ressortvorstand.

Weg vom Steuerfussausgleich

Finanzen sind auch für Gemeindepräsident und Finanzvorstand Walter von Siebenthal ein zentrales Thema. Wachstum bringe der Gemeinde das notwendige Steueraufkommen, um vom Finanzausgleich wegzukommen. Knonau sei auf gutem Weg dazu und profitiere dabei auch von der geografischen Lage. «Im Kanton Zug ist der Wohnraum knapp. Das bringt uns Zulauf und die Chance, ennet dem Finanzausgleich ein Stück Autonomie zurückzugewinnen», sagt Walter von Siebenthal, der gleichzeitig betont, neu Zugezogene gut zu integrieren, damit Knonau ein lebendiges Dorf bleibt.

Wichtig erscheint ihm auch, den Dialog mit der Nachbargemeinde Cham und dem Regierungsrat des Kanatons Zug aufrechtzuerhalten. Er nennt dabei das Beispiel Kiesabbau, der zwar grösstenteils auf Zuger Gebiet erfolgt, aber Auswirkungen auf Knonau hat - nicht zuletzt auf das von Jean Gut aufgegleiste Landschaftsentwicklungskonzept (LEK). «Wir anerkennen den Nutzen von Kiesabbau, aber auch der Schutz vor Lärmimmissionen und Naturschutz sowie Lebensqualität sind für uns von grosser Bedeutung», sagt Walter von Siebenthal.

In dieses Kapitel gehören auch Verkehrsfragen, die den Gemeinderat auch in der nächsten Legislatur beschäftigen werden: der Durchgangsverkehr wie der hausgemachte Verkehr. Und, dazugehörend: Wie wirksam sind die Lärmschutzwände entlang der Autobahn? «Auch das wollen wir überprüfen», so von Siebenthal. Zum Thema wird auch die Suche nach neuen Räumen für die Bibliothek, nachdem das Pfarrhaus von der Kirchgemeinde übernommen wird und diese die Bibliotheksräume anders nutzen will.

Gutes Team, aber kein «Wohlfühlclub»

Walter von Siebenthal betont die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat. «Die Teamarbeit war gerade in den letzten vier Jahren ausgezeichnet. Wir sind aber kein Wohlfühlclub und führen Auseinandersetzungen in Sachfragen», fügt er bei und lobt seine Kollegin und seine Kollegen für ihre Arbeit in der Exekutive. Den Doyen der Truppe, Jean Gut, Vizepräsident, nennt er einen «wertvollen Gemeinderat mit grossem Wissen». Der Tiefbau- und Werkvorstand ist der «Vater» des LEK - «eine komplexe Aufgabe, die es noch weiter auszuführen gilt». Gefordert ist auch Hochbauvorsteherin Esther Breitenmoser. «Wir hatten in der Geschichte der Gemeinde noch nie eine solche Wachstumsphase.

Und sie wird anhalten. Esther Breitenmoser, auch Vorsteherin der Verkehrskommission, ist eine gute Ressortvorsteherin», lobt der Gemeindepräsident. Dasselbe sagt er auch von Peter Zürcher, der die Ressorts Soziales, Gesundheit und Umwelt betreut. Er führe den schwierigen Bereich Soziales sehr gut und stelle sich auch den Herausforderungen in der Fürsorge. Peter Zürcher sei auch in Jugendfragen sehr engagiert, sagt Walter von Siebenthal.

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