Wer folgt auf Bischof Kurt Koch?
Wer folgt auf Bischof Kurt Koch?

Der Bischof des Bistums Basel, Kurt Koch, wechselt als Ökumene-Minister zum Papst nach Rom. Das Rennen um seine Nachfolge ist eröffnet. a-z.ch zeigt die Kandidaten mit den besten Wahlchancen.

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Nachfolger von Bischof Koch
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Felix Gmür
Christoph Sterkman
Arno Stadelmann
Ruedi Heim
Ruedi Beck
Beat Jung
Felix Terrier

Nachfolger von Bischof Koch

Keystone

Als Kandidaten werden vor allem die drei Bischofsvikare genannt. Das sind:

Arno Stadelmann (56), als Domprobst Vorsitzender des Domkapitels und zugleich Bischofsvikar der Region St. Verena (BE, JU, SO).

Christoph Sterkman (55) ist Bischofsvikar der Region St. Urs (AG, BL, BS).

Ruedi Heim (43) steht der Bistumsregion St.Viktor (SH, TG, ZG, LU) seit 2006 vor.

Genannt wird oft auch der Name von Domherr Ruedi Beck, der sich für Flüchtlinge und Fremdsprachige engagiert hat. Alt-Bundesrat Christoph Blocher hat ihn deswegen in der «Arena» des Schweizer Fernsehens gemassregelt

Der aktuelle Generalsekretär der Bischofskonferenz Felix Gmür (44) ist ebenso ein möglicher Kandidat.

Ebenfalls genannt wird Gmürs Vorgänger Agnell Rickenmann (47), dem allerdings eine eher konservative Einstellung attestiert wird. Rickenmann ist gegenwärtig Pfarrer in Oberdorf SO und habilitiert sich an der Universität Freiburg.

Der Liestaler Pfarrer Felix Terrier ist ebenfalls ein möglicher Kandidat.

In Solothurn wird der Name von Beat Jung, Jugendseelsorger aus Olten, herumgereicht.

Drei Monate Zeit

Gewählt wird Kochs Nachfolger nicht vom Papst, sondern von den sechs residierenden Domherren, die in Solothurn eine Aufgabe in der Bistumsführung ausführen, und den zwölf nichtresidierenden Domherren (je drei aus den Kantonen AG, LU, BE und SO und je ein Vertreter aus SH, TH, ZG, JU, BS und BL stellen je einen). Sie stellen zuerst eine Liste von sechs Kandidaten zusammen. Die Diözesankonferenz, die aus Regierungsvertretern und Vertretern der Landeskirche der neun Bistumskantone besteht, hat dann das Recht, «minder genehme» Personen zu streichen.

Jeder Kanton hat zwei Vertreter in der Diözesankonferenz, der Aargau zum Beispiel schickt zwei Vertreter der Landeskirche, der Kanton Solothurn wiederum delegiert zwei Regierungsräte ins Gremium. Gleiches tun Luzern, Bern, Zug, Thurgau und Jura.

Aus den Verbliebenen wird ein Einervorschlag gewählt, dem der Papst dann «Konfirmation» erteilen wird. Die Wahl muss innerhalb von drei Monaten erfolgen.

Rund 500 Priester sind wählbar

Voraussausetzung, um ins Amt gewählt zu werden sind: Der Kandidat muss mindestens 35 Jahre alt sein, mindestens seit 5 Jahren als Priester tätig sein. Erwünscht ist ein studierter Theologe oder Kirchenrechtler. Ein Doktortitel ist
Er sollte überdies fromm und klug sein, über einen einwandfreien Ruf und in seinem Glauben gefestigt sein.

Es muss ein Priester aus dem Bistum Basel sein. Es gibt es heute 744 davon, rund 260 davon sind aber bereits in einem höheren Alter und daher nicht mehr wählbar. Ebenfalls nicht wählbar sind Ordenspriester.

Lieber einen Seelsorger

Viele im Bistum wünschen sich einen eher pastoral ausgerichteten Nachfolger als einen professoralen Theologen, wie dies Kurt Koch war. Dies würde auch der Tradition des Bistums Basels eher entsprechen als «eine römisch-opus-dei-nahe Haltung». Man möchte auch nicht, dass eine Eigenheit des Bistums Basel abgeschafft wird, dass nämlich in den Bistumsregionen jeweils eine Frau Regionalverantwortliche ist. (chb)

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