Geiselhaft
Wer bezahlt die Rettungsgebühren der Ex-Mali-Geisel?

Nach sechs Monaten Geiselhaft ist Werner Greiner seit Dienstag wieder in der Schweiz. Doch ihm und seiner Frau drohen jetzt hohe Rettungsgebühren. Das Budget des Aussendepartements EDA hätte für die Rettungsaktion nicht ausgereicht.

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Walter Greiner

Walter Greiner

Keystone

Er sei «extrem glücklich, wieder sicheren Boden unter den Füssen zu haben», sagte der 57-jährige Walter Greiner nach fast sechsmonatiger Geiselhaft in Mali nach seiner Ankunft.

Auch Bundesrätin Micheline Calmy-Rey war an Bord der aus Paris kommenden Maschine, wohin Greiners Frau gereist war, um ihn dort zu treffen. Greiner war in der Nacht auf Dienstag aus Bamako, der malischen Hauptstadt, nach Paris gereist.

Möglich, dass dem Ehepaar nun ein weiterer Schock droht. In einem Interview mit Radio DRS 1 sagte Calmy-Rey, dass das Budget des konsularischen Schutzes des Aussendepartementes EDA von 30'000 Franken für die Rettungsaktion nicht ausgereicht hätte.

Deswegen hat die Finanzdelegation des Parlaments dem EDA einen Zusatzkredit gesprochen. Es müsse geprüft werden, ob sich die Geiseln oder der Reiseorganisator an den Kosten beteiligen müssten, so der CVP-Nationalrat Urs Schwaller.

Das EDA hält auf seiner Webseite fest, keine Rettungskosten zu übernehmen. Der grösste Schweizer Reiseversicherer Mondial Assurances (ehemals Elvia) betont jedenfalls, dass Entführungen von Reiseversicherungen bei ihnen ausgeschlossen seien. Versicherungskurist Arthur Sifft zu a-7.ch/news: "Wir kontrollieren die Reisegebiete jedoch nicht und schliessen auch keine Region aus. Man kennt jedoch das Risiko." (cls)

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