Rettung
Wenn die Rega selber in Not gerät: Unfallbericht zeigt Sicherheitsdefizite an Helikoptern

Ein Rettungshelikopter der Rega erlitt 2015 in Erstfeld UR eine Bruchlandung, als die Crew vor einem Einsatz einen Zwischenstopp zum Auftanken einlegen wollte. Nun liegt der Bericht der Schweizer Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) vor.

Andreas Maurer
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(Symbolbild)

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KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Der Bericht zeigt, dass der Pilot einen Fehler machte. Er flog den Landeplatz zu steil an, wodurch der Helikopter in den Wirbel seines eigenen Rotors geriet und abstürzte.

Es handelt sich jedoch nicht nur um menschliches Versagen. Mit besserer Technik hätte der Unfall womöglich verhindert werden können. Auf jeden Fall hätten die Folgen gemildert werden können. Drei der vier Besatzungsmitglieder erlitten schwere Rückenverletzungen. Bei einem Aufprall dieser Stärke hätten sie eigentlich durch die aufschlaghemmenden Sitze vor Verletzungen geschützt werden sollen. Die Untersuchung ergab, dass das Schutzsystem unter unrealistischen Bedingungen getestet worden war. Im Testszenario war ein Aufprall dieser Stärke nicht vorgesehen. Die Sust rät dem Bundesamt für Zivilluftfahrt nun, das Zertifizierungssystem zu verschärfen.

Zudem wurde der Pilot vom Bordcomputer nicht auf die zu hohe Sinkgeschwindigkeit aufmerksam gemacht. Die Sust empfiehlt die Einführung von Warnsignalen für diesen Fall.

Auch der Notsender funktionierte nicht. Bei 15 weiteren Rega-Helikoptern wurde derselbe Mangel entdeckt. Die Sust hat nun die Herstellerfirma darauf aufmerksam gemacht.