Augst
Weniger Wohnungen wegen Römerfunden

Das Projekt «Aurora» macht nach langer Durststrecke Fortschritte: Statt zwei Doppel-Einfamilienhäusern entstehen drei Einfamilienhäuser.

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Aurora

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Patrick Rudin

Die Überbleibsel aus der Römerzeit im Augster Boden geben an fast jeder Gemeindeversammlung zu reden, so auch am vergangenen Dienstag. Die auf dem Areal nördlich des Kindergartens ursprünglich geplanten zwei Doppeleinfamilienhäuser unter dem Projektnamen «Aurora» konnten nicht gebaut werden, weil die Archäologen auf einem Teil der Parzelle unerwartet auf Funde stiessen - im südlichen Teil der Parzelle dürfen daher keine Keller gebaut werden.

Nach langem Hin und Her plant die Gemeinde Augst nun drei Einfamilienhäuser, die etwas nach Norden verschoben gebaut werden sollen. Beim südlichsten Haus liegt damit nur noch ein kleiner Keller mit einer asymmetrisch verlaufenden Wand drin. Die Einschränkungen durch die Archäologen führten wie bereits früher auch am Dienstag zu Kritik aus der Versammlung: «In ein paar Jahren sollten wir über einen Kantonswechsel nachdenken. Drüben in Kaiseraugst gehen solche Sachen besser», meinte ein Einwohner.

Gleichzeitig wurde der Gemeinderat dafür gelobt, dass er die Sache so hartnäckig weiterverfolgt habe - der Projektierungskredit von 100 000 Franken wurde einstimmig genehmigt. Das Areal soll im Baurecht an «der Gemeinde nahestehende Personen» abgegeben werden, sobald die Baubewilligung vorliegt. Ohne Diskussion genehmigte die Versammlung die Rechnung 2008 der Einwohnergemeinde mit einem Minus von rund 43 000 Franken. Auch die teure Sanierung von Schulhaus und Turnhalle Obermühle war unbestritten, in einer ersten Tranche wurde ein Betrag von 450 000 Franken genehmigt. In späteren Tranchen sollen weitere Sanierungsgelder gesprochen werden, insgesamt wendet die Gemeinde rund 1,5 Millionen Franken auf.

Teuer ist vor allem die Fassadentrockenlegung sowie die Kanalsanierung, die heutige Abwasserleitung ist bei starkem Regen überfordert. Der Estrich der Turnhalle hingegen soll vorläufig nicht ausgebaut werden, da dafür noch kein klares Bedürfnis vorliege. Wie am Dienstag bekannt wurde, hat der Gemeinderat das Projekt von Parkuhren an der Poststrasse aus Kostengründen beerdigt. Geplant ist nun eine Blaue Zone, um für Parkierer aus Giebenach und Olsberg künftig nicht mehr so attraktiv zu sein.