Couchepin

Wem gehört Couchepins Sitz?

Für Aargauer Parlamentarier und Parlamentarierinnen ist klar: Der Sitz von Pascal Couchepin gehört einem Lateiner oder einer Lateinerin. Viel mehr Gemeinsames ist derzeit nicht zu entdecken.

Mathias Küng

Max Chopard-Acklin (SP) fügt zur Frage, wer in einem zweisprachigen Kanton als Romand gelten kann, an: Es muss eine Person sein, die im ganzen Kanton verankert ist und gewählt wurde. Den Anspruch von FDP und CVP gewichtet er etwa gleich hoch, sieht aber, dass auch SVP und Grüne noch Anspruch erheben könnten. Vorab müsse es ei-ne Person sein, die in der Krise hinstehen und lösungsorientiert politisieren könne.

Für Ständerätin Christine Egerszegi und Nationalrätin Corina Eichenberger-Walther (beide FDP) gehört dieser Sitz weiterhin klar der FDP. Eichenberger ergänzt: Auch weil man - bevor man einer Partei einen Sitz wegnimmt - über eine gewisse Zeit schaue, ob die «herausfordernde» Partei im Aufwärtstrend ist, bevor es allenfalls zum Wechsel komme.

Von den potenziellen Kandidaten, die sie gut kennt, erachtet sie Didier Burkhalter, Fulvio Pelli und Martine Brunschwig-Graf als fähig und valabel. Christine Egerszegi nennt noch keine Namen. Die FDP habe aber den zweiten Sitz auch über das Zusammengehen mit den Liberalen und ihre viele kantonalen Regierungssitze zu Recht. Zur Romandiediskussion macht sie deutlich: Gemischtsprachige Kantone zählen zur Westschweiz.

Ständerat Maximilian Reimann sowie die Nationalräte Hans Killer und Ulrich Giezendanner (alle SVP) betonen den Anspruch ihrer Partei auf zwei Sitze. Da Eveline Widmer-Schlumpf gegen den Willen der SVP gewählt wurde, habe sie tatsächlich nur einen Bundesrat, betont Reimann.

Um den Sitz zurückzuholen, brauche man Bündnispartner. Jetzt sollen Gespräche mit FDP und CVP, eventuell auch der SP folgen - auch, um Weichen für 2011 zu stellen. Sollte die SVP jetzt noch nicht antreten, würde Reimann auf die FDP mit Pelli setzen. Hans Killer betont, dass er - falls die SVP nicht antritt - niemanden wählen würde, durch den der Bundesrat nach links rutschen könnte.

Giezendanner wünscht sich ein Bündnis mit der FDP. Namen nennt auch er noch keine. Ausser einen: Urs Schwaller habe sich mit seinen frühen Auftritten schon selber aus dem Rennen genommen.

Derweil betont Esther Egger-Wyss (CVP), die CVP vertrete ihren Anspruch auf Rückeroberung des zweiten Sitzes als zweitgrösste Fraktion (mit GLP/EVP) zu Recht. Für Namen sei es zu früh. Es brauche den Besten oder die Beste. Sie plädiert im Vorfeld der Wahl für etwas mehr Gelassenheit und dafür, dass die Stimmung zwischen den Sprachregionen nicht unnötig angeheizt werde.

Für Geri Müller (Grüne) schliesslich ist klar, dass die Grünen von ihrer Grösse her Anspruch auf ei-nen Sitz haben. Ob sie jetzt antreten, lässt er noch offen. Er wünscht sich so oder so eine unabhängige, langfristig denkende Persönlichkeit mit Visionen im Bundesrat. Und: Der- oder diejenige müsste nicht unbedingt aus dem Parlament kommen.

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