Die «Weltwoche» wirft in einem gestern erschienenen Artikel dem SNB-Präsidenten Philipp Hildebrand vor, dass er und nicht seine Frau Kashya, den Dollarkauf in der Höhe von 400000 Franken am 15. August veranlasst habe.

Weil das im Wissen der zwei Tage später getätigten Währungsintervention erfolgt sei, handle es sich um ein «Insidergeschäft» und Hildebrand müsse als SNB-Präsident zurücktreten. Dieser Version widersprach an der gestrigen Pressekonferenz Hildebrand. «Meine Frau hat die Transaktion ohne mein Wissen in Auftrag gegeben.»

«Aussage gegen Aussage»

Dennoch will Roger Köppel, Chefredaktor und Verleger der «Weltwoche», den Vorwurf vorerst nicht zurückziehen, wie er am Rande der Pressekonferenz in Zürich im Gespräch mit der az sagte. «Es steht nun Aussage gegen Aussage», so Köppel. «Ich werde aber die Angelegenheit nochmals mit Urs Paul Engeler, dem Autor des Artikels, prüfen», räumt Köppel ein.

Der Vorwurf basiere auf der Aussage eines Kundenberaters der Bank Sarasin. «Es waren insgesamt zwölf Angestellte der Bank Sarasin in den Fall involviert. Einer davon hat uns über die besagte Transaktion informiert, woraus hervorgegangen ist, dass Hildebrand den Dollarkauf veranlasst hat», so Köppel. Es handelt sich demzufolge nicht um den IT-Supporter der Bank Sarasin, der sich vor ein paar Tagen selber bei der Polizei angezeigt hat.

Auch ist es unwahrscheinlich, dass es sich um den Kundenberater der Hildebrands handelt. Denn er steht offenbar in einem sehr engen Verhältnis zu Philipp Hildebrand und dessen Frau. «Er betreut uns schon seit 15 Jahren», sagte Hildebrand an der gestrigen Pressekonferenz. (FHM)