Stadion zürich
Welches Stadion braucht Zürich?

Der geplante Neubau auf dem Areal des früheren Hardturm-Stadions ist nicht wirklich nötig. Stirbt also morgen das Projekt Stadion Zürich? Alternativen zu der umstrittenen Fussball-Shopping-Arena sind angedacht.

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Stadion Zürich
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Duplex Arena Zürich Duplex-Arena: Auf der einen Seite ein reines Fussballstadion für 20 000 Zuschauer, auf der anderen eine Sporthalle für 12 000 Zuschauer, die dem ZSC aus seinem Termin-Dilemma mit dem Hallenstadion helfen könnte. Dazwischen ein für beide Seite nutzbarer Gastro-, VIP- und Pressebereich: Die Duplex-Arena kam angesichts der verfahrenen Zürcher Stadion-Diskussion wie das Ei des Kolumbus daher, als die Architekten Walter Wäschle und Ernst Meier sie Ende 2007 lancierten. Inzwischen ist ein Verein IG pro Duplex-Arena gegründet. Als Standort kämen nebst dem Hardturm-Areal auch andere Grundstücke nahe der Stadtgrenze infrage. Vorteil: Entspräche den Bedürfnissen von FCZ, GC und ZSC. Nachteil: Projekt steht ganz am Anfang, Realisierung würde Jahre dauern. Wer die auf 270 Millionen Franken geschätzten Kosten übernähme, ist unklar. (mts)
Letzigrund Letzigrund heute: Alles bleibt, wie es ist: Der Letzigrund (Kapazität: 22 500 Zuschauer) ist Spielstätte für FCZ und GC. Vorteil: sofort und ohne Zusatzkosten umsetzbar. Nachteil: Das neue Letzigrund-Stadion wurde primär als Leichtathletik-Stadion konzipiert. Die Zuschauer sind weit weg vom Rasen, die Stimmung verpufft. Ausserdem könnten sich die Anwohner betrogen fühlen, denen man vor der Abstimmung im Hinblick auf die Euro 08 versprach, das Stadion sei nur vorübergehend für grosse Fussballspiele gedacht. Letzigrund Modifiziert: Der Letzigrund-Rasen wird um vier Meter abgesenkt, die Tribüne bis an seinen Rand erweitert. Und für das Leichtathletik-Meeting «Weltklasse Zürich» würden die zusätzlichen Tribünen einfach wieder weggeräumt. Vorteil der kürzlich im «Sonntag» lancierten Idee: Im Letzigrund-Stadion könnte endlich mehr Fussball-Stimmung aufkommen. Nachteil: Die Anwohnern müssten sich dauerhaft mit GC- und FCZ-Spielen anfreunden. Davon wussten sie bei der Abstimmung nichts. Rekursanfällig. (mts)

Stadion Zürich

Limmattaler Zeitung

Matthias Scharrer

Eine illustre Runde trifft sich morgen Dienstag auf Einladung der Credit Suisse (CS) zu einem delikaten Thema: Wie weiter mit dem Projekt Stadion Zürich? Geladen sind Vertreter der Zürcher Stadtregierung, der Vereine FCZ und GC sowie der Vermarktungsagentur IMG als möglicher Betreiberin des Stadions, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete.

Wird das 500-Millionen-Projekt, das dereinst GC und FCZ beheimaten sollte, morgen abgeblasen? Bisher nannte die CS, die es 2002 mit der Stadt Zürich entwickelte, immer Wirtschaftlichkeit und eine gültige Baubewilligung als Voraussetzung für einen Entscheid. Angesichts der verschlechterten Wirtschaftslage mehrten sich aber zuletzt Zweifel, ob überhaupt genug Investoren und Mieter für das geplante Fussballstadion mit integriertem Einkaufszentrum zu finden seien.

Veränderte Wortwahl der CS

CS-Sprecher Matthias Friedli sagte denn auch kürzlich gegenüber dieser Zeitung, ein Entscheid sei «voraussichtlich» erst nach Abschluss des Rechtsverfahrens möglich. Das war Ende Februar, als klar wurde, dass Vertreter der Anwohner erneut rekurrierten - weil das geplante Stadion ihrer Ansicht nach zu weit ins Grundwasser reicht.

Was auch immer an der morgigen Sitzung entschieden wird: Alternativen sind vorhanden. Sei es die von renommierten Architekten entworfene Duplex-Arena, sei es das Letzigrund-Stadion in seiner heutigen oder in modifizierter Form. Das Stadion Zürich ist nicht wirklich nötig. Vor- und Nachteile weisen allerdings alle vier derzeit diskutierten Varianten auf.

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