Tunnel
Welcher Tunnel solls denn sein?

Das Verkehrsmanagement für die Region Baden ist noch nicht einmal umgesetzt, schon blicken Planer und Politiker wieder in die Zukunft. Die AZ zeigt die Tunnelvarianten, die zur Diskussion stehen.

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Schulhausplatz Baden

Schulhausplatz Baden

Aargauer Zeitung

Roman Huber

Mit der dritten Bareggröhre, der neuen S-Bahn-Haltestelle Heitersberg und der Tunnelumfahrung Ennetbaden sind die Verkehrszahlen am Schulhausplatz Baden leicht zurückgegangen. Die Freude indes dürfte von kurzer Dauer sein, denn mit den nächsten Zählungen wird man wohl den früheren Stand erreichen. Auch die Neugestaltung des Schulhausplatzes wird die Situation nicht verbessern.

Das bestätigt Badens Stadtammann Stephan Attiger: «Wer darin das Verkehrsheil sieht, liegt garantiert falsch.» Darum ist Attiger froh, dass der Kanton gewillt ist, das Verkehrsproblem der Limmatklus grossräumig anzusehen, das heisst, die Varianten Petersberg- und Martinsbergtunnel in die Abklärungen einzubeziehen.

Zurzibiet will A1/A3-Anschluss

Der Gedanke, dass eine direkte Verbindung vom unteren Aaretal zur Autobahn gleichzeitig die Städte Baden und Brugg entlasten würde, ist über 10 Jahre alt. CVP-Grossrat Theo Vögtli hat 2005 einen entsprechenden Vorstoss eingereicht. Der Vorteil der Linienführung liegt vor allem darin, dass keine Siedlungsgebiete tangiert würden, dafür das Gebiet des Wasserschlossdekrets.

Die Tunnelvarianten

1. Petersbergtunnel: Vor dem Ortseingang Untersiggenthal über das Gebiet Unterau, Gehling per Tunnel zur Autobahn; Anschluss an die A1 oder an die A3 möglich.


2. Martinsbergtunnel: Tunnel ab Siggenthalerbrücke durch den Martinsberg bis Dättwil-Autobahnauffahrt bzw. beim Dättwilerweiher in den A1-Zubringer.


3. Tunnel Martinsberg Richtung Autobahnauffahrt Neuenhof.


4. Ypsilon: Petersberg- und Martinsbergtunnel, die sich zum Ypsilon vereinen und nach Dättwil führen.

Seither ist der Petersbergtunnel wiederholt Thema der zukunftsgerichteten Verkehrsplanung. Für das Zurzibiet - primär für das untere Aaretal - wäre ein solcher Anschluss ans Verkehrsnetz für die Siedlungsentwicklung bedeutend. Punkto Bauland verfügt der Bezirk Zurzach über die grössten Reserven.

Stephan Attiger warnt darum vor der Illusion, dass der Petersbergtunnel längerfristig Besserung bringen würde: «Mit der Entwicklung wird der Verkehr auch im Zentrum wieder zunehmen.» Die Situation beim Martinsberg ist anders. Dass sich Obersiggenthal gegen ein solches Projekt wehren würde, versteht Attiger. Darum würde er einen Tunnel durch den Martinsberg nur in Kombination mit einem Petersberg-Durchstich befürworten.

Gegen jegliche neue Strassenbauten solcher Dimensionen hat sich bereits der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) geäussert. Bedenken dieser Art hat nun auch SP-Grossrat und Einwohnerrat Jürg Caflisch eingebracht. Die neuen Verbindungen würden Mehrverkehr anziehen und zu einer Verlagerung des Problems führen, zumal in der Region Baden der Ziel-/Quellverkehr zu hoch sei.

Aus diesem Grunde müsse nun der hausgemachte Verkehr untersucht werden, denn dieser sei mit den Verkehrszählungen nicht eruiert worden, sagt Attiger. Wie die Region grossräumig entlastet werden könne, gehöre zu den wichtigen längerfristigen Überlegungen, sagt Attiger, Dazu gehören auch diese Tunnelvarianten.