Einreisebeschränkungen

Welchen Ländern droht ein Platz auf der Risikoliste? 5 Antworten zur aktuellen Coronasituation

Jeder zehnte Coronapatient in der Schweiz hat sich im Ausland angesteckt. Deshalb hält der Bund nach wie vor an den Einreisebeschränkungen fest. Diese Länder müssten Stand heute auf die Risikoliste des BAG – und diese könnten davon gestrichen werden.

Bei der Ein-, respektive Rückreise in die Schweiz gibt es zwei Dinge zu beachten. Einerseits muss es der Person grundsätzlich erlaubt sein, in die Schweiz einzureisen. Andererseits muss man abklären, ob für das Land, in dem man sich zuvor aufgehalten hat, bei Rückreise eine Quarantänepflicht herrscht.

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Das Staatssekretariat für Migration hat die häufigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Einreisesituation publiziert.

Ist die Einreise erlaubt?

Wer einen Schweizer Pass hat oder über eine gültige Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügt, darf aus jedem Land jederzeit in die Schweiz zurückkehren. Ebenfalls einreiseberechtigt sind alle «freizügigkeitsberechtigten Personen», also Staatsangehörige der EU, EFTA (Norwegen und Island) und des Vereinigten Königreiches.

Ausserdem gibt es eine Liste von Staaten, aus denen Bürger ebenfalls jederzeit (beispielsweise zu touristischen Zwecken) einreisen dürfen. Dazu gehören Länder mit aktuell tiefen Neuinfektionen wie beispielsweise Kanada, Irland oder Australien (siehe Karte und Liste unten).

Auch Ehepartner und Kinder unter 21 Jahren der oben genannten Personen dürfen jederzeit in die Schweiz einreisen. Keine Lösung gibt es bisher für unverheiratete Partner aus Drittstaaten. An der Pressekonferenz vom Freitag sagte Barbara Büsch vom Staatssekretariat für Migration, man «habe Verständnis» und werde ein einheitliches Prozedere erarbeiten mit Nachbarstaaten, damit sich binationale Paare bald wieder persönlich treffen können in der Schweiz. Sie versprach, dass man bis Ende Juli eine Lösung kommunizieren werde.

Risikoländer gemäss BAG:

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Die Einreise aus den sogenannten Risikoländern und -regionen ist weiterhin eingeschränkt. Auf der Liste sind alle Staaten ausserhalb des Schengen-Raums, mit Ausnahme von folgenden Ländern:

  • Algerien
  • Andorra
  • Australien
  • Bulgarien
  • Georgien
  • Heiliger Stuhl / Vatikanstadt
  • Irland
  • Japan
  • Kanada
  • Kroatien
  • Marokko
  • Monaco
  • Neuseeland
  • Ruanda
  • Rumänien
  • San Marino
  • Südkorea
  • Thailand
  • Tunesien
  • Uruguay
  • Zypern

Ist eine Quarantäne nötig?

Ist die Ein-, respektive Rückreise grundsätzlich erlaubt, muss abgeklärt werden, ob eine Quarantäne nötig ist. Diese kann nämlich auch bei Ländern Pflicht sein, bei denen die Einreise grundsätzlich erlaubt ist.

Am 6. Juli hat das Bundesamt für Gesundheit eine erste Liste mit quarantänepflichtigen Ländern herausgegeben, am 23. Juli wurde diese aktualisiert (siehe Karte und Liste unten). Die Liste wird rund einmal monatlich – oder bei rasanten epidemiologischen Entwicklungen auch früher – angepasst. Wann die nächste Aktualisierung ansteht, ist noch nicht bekannt.

Auf die Liste kommt jedes Land, welches mehr als 60 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner meldete in den vergangenen 14 Tagen. Wie stark eine allfällige Welle vor diesen zwei Wochen war, ist dabei nicht relevant. Ebenfalls auf der Quarantäneliste landen Staaten, von denen keine vertrauenswürdigen Testergebnisse vorliegen. Auch wenn wiederholt Rückkehrer aus einem bestimmen Land in der Schweiz positiv auf das Virus getestet werden, kann ein Land auf dieser Liste erscheinen – so passiert bei Serbien in der ersten Ausgabe. Mittlerweile weist das Land sowieso über 60 Neuansteckungen pro 100'000 Einwohner aus.

Wer die Quarantänepflicht ignoriert, kann zu einer Busse von bis zu 10'000 Franken verurteilt werden. Der Bund plant, rund 20 bis 30 Flugzeuge aus quarantänepflichtigen Ländern pro Woche als Stichprobe auszuwählen und entsprechend zu überprüfen, ob sich die Personen in Quarantäne befinden und die Rückkehr dem entsprechenden kantonalen Gesundheitsdienst gemeldet haben.

Egal wer aus welchen Gründen in die Schweiz reist: Wenn er oder sie sich in den letzten 14 Tagen in einem der folgenden Länder aufgehalten hat, gilt eine Quarantänepflicht:

Quarantänepflichtige Länder (Stand 23.7)

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  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Bahrain
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Dominikanische Republik
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eswatini (Swasiland)
  • Guatemala
  • Honduras
  • Irak
  • Israel
  • Kasachstan
  • Katar
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Kosovo
  • Kuwait
  • Luxemburg
  • Malediven
  • Mexiko
  • Moldawien
  • Montenegro
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Palästina
  • Panama
  • Peru
  • Russland
  • Saudi-Arabien
  • Serbien
  • Südafrika
  • Suriname
  • Turks- und Caicos-Inseln
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigte Staaten von Amerika

Diesen Ländern droht ebenfalls ein Platz auf der Quarantäneliste

Folgende Länder hatten mit Stand 28. Juli ebenfalls über 60 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen. Sie müssten bei der nächsten Aktualisierung vom Bund auf die Liste der quarantänepflichtigen Ländern gesetzt werden:

  • Singapur: 77.21 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner
  • São Tomé und Príncipe: 56.58 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner
  • Rumänien: 62.31 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner

Weitere Länder, die aktuell zwar noch unter 60 Infektionen pro 100'000 Einwohner ausweisen, aber sich dieser Hürde annähern, sind unter anderem die Bahamas (58), Andorra (54), Spanien (49, siehe unten), Bulgarien (45) oder Albanien (44).

Und was ist eigentlich mit Spanien?

In die Schlagzeilen kam in den letzten Tagen Spanien, das wieder deutlich mehr Infektionen meldete. Bereits reagiert hat Grossbritannien, das für Spanien-Rückkehrer eine 14-tägige Quarantäne beschloss. Auch Frankreich rät von Reisen zu spanischen Corona-Hotspots (Aragonien und Katalonien) ab. Deutschland rät seinen Bürgern ab, nach Barcelona und an die Costa Brava zu reisen. Die Schweiz hat noch nicht reagiert.

Noch können Touristen aus Spanien ohne Quarantäne in die Schweiz zurück. Das Bild zeigt eine Flaniermeile in Barcelona.

Noch können Touristen aus Spanien ohne Quarantäne in die Schweiz zurück. Das Bild zeigt eine Flaniermeile in Barcelona.

Aktuell steht das Land auf der iberischen Halbinsel bei rund 49 Fällen pro 100'000 in den letzten 14 Tagen, was noch im vom BAG bestimmten grünen Bereich liegt. Aber wenn die Zahlen weiterhin so zunehmen, dürfte das beliebte Ferienziel bei der nächsten Aktualisierung der Risikoländer-Gruppe ebenfalls auf die Liste kommen.

Diese Länder könnten aktuell von der Liste kommen

Besser sieht die Lage aktuell in Russland und den Vereinigten Arabischen Emirate aus. Mit Stand vom 28. Juli wäre Russland mit 59 Fällen pro 100'000 Einwohner ein Kandidat, um erstmals von der Liste zu kommen.

Noch besser sieht es aktuell für zukünftig Einreisende aus den Vereinigten Arabischen Emirate aus. Das Land kam beim Update am 23. Juli auf die Liste, aktuell steht es aber nur bei 43 Fällen pro 100'000 Einwohnern.

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