Datenspionage

Welchen Banker hat die CIA in Genf mit Alkohol gefügig gemacht?

Edward Snowden: Er hat die NSA-Spioniererei öffentlich gemacht.

Edward Snowden: Er hat die NSA-Spioniererei öffentlich gemacht.

Edward Snowden, der Mann, der die Schnüffeleien des US-Geheimdienstes NSA enthüllt hat, schnüffelte 2007 unter Diplomatenschutz nach Genf. Er enthüllt nun, wie das CIA dort einen Schweizer Banker abfüllte und ihn zu reden brachte. Wer wars?

Im Jahr 2007, erzählt Snowden, habe die CIA den Auftrag erhalten, einen Schweizer Banker zu rekrutieren, um an geheime Informationen heranzukommen. Die Spione wussten, was zu tun war. Sie füllten den Banker kurzerhand ab liessen ihn dann Auto fahren.

Prompt geriet der Banker in einer Polizeikontrolle hängen und wurde festgenommen. Ein CIA-Undercover-Agent bot dem Banker darauf seine Hilfe an, baute eine Freundschaft mit ihm auf - und konnte ihn so für sich und seine Sache gewinnen.

Nun rätselst der Bankenplatz Schweizer darüber, wer der ominöse Banker war. Denn Snowden sagt wenig zum Banker selbst, weder Name, noch Funktion, noch Finanzinstitut kommen vor.

Das Schweizer Finanzportal finews.ch spekuliert nun, dass es sich dabei um Bradley Birkenfeld handeln könnte. Birkenfeld arbeitete damals in Genf für die UBS. Wenig später - ebenfalls im Jahr 2007 - machte er von sich reden, als er der US-Steuerbehörde Tausende von Dokumenten übergab, die Beweise dafür lieferten, dass sein Arbeitgeber von der Schweiz aus reichen Amerikanern bei der Hinterziehung von Steuern geholfen hatte.

Ist es Bradley Birkenfeld?

Für die UBS und den Finanzplatz Schweiz hat das gravierende Folgen. Die UBS wurde im Rahmen eines Vergleichs 2009 zu einer Busse von 780 Millionen Dollar verdonnert. Und sie lieferte den USA die Namen von rund 4500 US-Steuersündern.

Dort habe er als Angestellter im Bereich IT-Sicherheit zum ersten Mal das Verlangen verspürt, an die Öffentlichkeit zu bringen, was er über das NSA-Programm der Internet-Überwachung wusste, sagte der 29-Jährige im Gespräch mit der Zeitung «Guardian».

(Quelle: Youtube.com)

Edward Snowden zur Daten-Spionage

Zuvor war er durch die CIA engagiert worden. Dank seiner Kenntnisse des Internets und seines Talents im Bereich der Computer-Programmierung stieg er dort rasch auf.

«Wirklich desillusioniert»

Angewidert davon, was er dort entdeckte, erwog er, die Existenz jener Programme aufzudecken, die «einen Missbrauch» der Öffentlichkeit im Namen der Sicherheit darstellten.

«Vieles davon, was ich in Genf sah, hat mich wirklich desillusioniert darüber, wie meine Regierung arbeitet und was ihr Einfluss auf die Welt ist», sagte er der Zeitung.

Er habe aber die Wahl von Barack Obama im Jahr 2008 abgewartet, in der Hoffnung, der neue Präsident würde einen besseren Schutz vor solchen Praktiken durchsetzen. Aber «er führte die Politik seiner Vorgänger fort», begründete Snowden seine Aktion.

2009 verliess er die CIA und arbeitete für ein privates Unternehmen, das ihn mit einer Funktion bei einem NSA-Standort auf einer Militärbasis in Japan beauftragte.

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