Haltestellen

Welche Haltestellen bieten Schutz gegen Wind und Wetter?

An der Haltestelle Neumattstrasse in Aarau kann man trocken auf den Bus Richtung Stadt warten. (to)

Welche Haltestellen bieten Schutz gegen Wind und Wetter?

An der Haltestelle Neumattstrasse in Aarau kann man trocken auf den Bus Richtung Stadt warten. (to)

Längst nicht bei jeder Haltestelle auf dem Netz der Busbetriebe Aarau (BBA) findet der Busbenützer ein Dach, das ihm Schutz bietet.

Marco Wölfli

Wenn einem der Bus vor der Nase wegfährt, ist das ärgerlich. Die Wartezeit an der Haltestelle kann aber noch ärgerlicher sein. Beispielsweise, wenn der öV-Benutzer im strömenden Regen, ohne Schirm und Dach, sich in sein Schicksal ergeben muss. Nicht weniger verdriesslich ist das Warten im Winter, wenn einem der Wind um die Ohren pfeift, die Kälte langsam die Beine hinaufkriecht und man inbrünstig darauf hofft, die erlösenden Scheinwerfer würden bald an der Strassenbiegung auftauchen.

Nicht überall ein Dach über dem Kopf

Diese Qualen sind eigentlich auszuhalten. Doch wer einmal bei Bise in einem Wartehäuschen Zuflucht fand, will nicht mehr darauf verzichten. Doch längst nicht bei jeder Haltestelle auf dem Netz der Busbetriebe Aarau (BBA) findet der Busbenützer ein Dach, das ihm Schutz bietet. Grundsätzlich sind die BBA für ihre Haltestellen verantwortlich. Doch eine BBA-Haltestelle besteht nur aus einer Tafel und dem Fahrplan.

Für «weiterführenden Komfort», wie es die offizielle BBA-Sprache ausdrückt, sind die Standortgemeinden zuständig. Sie sind es auch, die für die Planung, den Bau und den Unterhalt der heilsbringenden Wartehäuschen verantwortlich sind.

Biberstein und Gretzenbach sind top

In Aarau gibt es am meisten Haltestellen, doch gestern stand niemand von der Stadt für Auskünfte zur Verfügung. Hingegen in Gretzenbach. Dort hält der Bus der Linie 3 an fünf Haltestellen. Davon verfügen fünf über einen Unterstand. Die Gemeinde verfügt damit also über eine 100-prozentige Abdeckung an Wartehäuschen. Gemäss Marina Roth von der Gemeindeschreiberei hält sich der Aufwand dafür in Grenzen: «Die Gemeinde muss die Abfallkübel leeren und die Häuschen sauber halten.»

Auch in Biberstein stehen Bus-Benutzer nicht im Regen. Bei allen vier Haltestellen steht auf mindestens einer Strassenseite ein Wartehäuschen zur Verfügung. Eines ist jedoch nicht von der Gemeinde gestellt, sondern ist ein Unterstand von einem Gebäude der IBA (Infrastrukturbetriebe Aarau).

Gemeindeschreiber Stephan Kopp kennt die Kriterien für den Bau eines rettenden Unterstandes: «Ausschlaggebend ist sicher die Kundenfrequenz, doch es kommt auch darauf an, ob es in der unmittelbaren Nähe einen Unterstand gibt. Ein Beispiel ist das IBA-Gebäude.» Wie in den anderen Gemeinden kam auch in Biberstein die Initiative aus der Gemeinde selbst. Doch Biberstein musste nicht alle Wartehäuschen selbst bezahlen, weiss Kopp: «Zum Dorfjubiläum sponserte uns eine Plakatgesellschaft eines unserer drei Wartehäuschen.» Für den Unterhalt arbeitet Biberstein mit der Stiftung Schloss zusammen.

Suhrer sind zufrieden

Auch Buchs lässt seine Pendler nicht im Regen stehen. Auf neun Haltestellen stadteinwärts gibt es acht Unterstände. Richtung Wynenfeld sind es zwei. «Der Bau eines Wartehäuschens ist bei uns auch immer eine Platzfrage», sagt Werner Füllemann, Bauverwalter von Buchs. Sein Pendant in Suhr ist Marianne Kauer. Sie kann auf Anhieb keine Zahlen liefern, glaubt aber, die Bedürfnisse seien gedeckt: «In den letzten 20 Jahren haben wir keine neuen Wartehäuschen gebaut, doch die Bevölkerung ist zufrieden.»

Linie 4 fährt ab Dezember neue Route

Küttigens Bauverwalter David Fiore ist Herr über 8 Wartehäuschen an 13 Haltestellen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gemeinden, wo die Unterstände seit vielen Jahren bestehen, tut sich in Küttigen etwas. Ab dem nächsten Fahrplanwechsel am 12. Dezember fährt die Linie 4 einen neuen Kurs. Statt bisher durch Rombach führt der Kurs durch den Scheibenschachen zur neuen Siedlung Widler.

Aus diesem Grund werden die beiden Haltestellen Rombacherhof und Rombach Post der Linie 4 aufgehoben. «Wir haben das Fusswegnetz ausgebaut, damit die neuen Stationen leicht erreicht werden können. Zudem ist die Station Rombacherhof der Linie 1 nicht weit.» Die Änderung der Linienführung war schon länger geplant. «Die Busstationen am Giessenweg waren immer Provisorien», so Fiore.

Edles Wartehäuschen

Die neue Bushaltestelle Widler erhält auch ein Wartehäuschen. Jedoch kein gewöhnliches sagt Fiore: «Das Häuschen wird gestalterisch der Überbauung angepasst. Es wird aus Beton und Backsteinen gebaut.» Das jüngste Wartehäuschen der Region wird 30000 Franken kosten. Bei der Planung für die neue Haltestelle arbeitete die Gemeinde Küttigen eng mit den BBA zusammen.

Eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist auch den BBA wichtig. Medienverantwortlicher Erwin Rosenast sagt: «Wenn es um die Haltestellen geht, stehen wir in einem ständigen Dialog mit den Gemeinden.»

Dass möglichst viele Haltestellen gedeckt sind, ist ein grosses Anliegen der BBA. Dieses Bedürfnis schlägt sich auch in den Kundenumfragen nieder. Gemäss Rosenast seien noch nicht alle Haltestellen kundenkonform. «Unser Ziel sind komfortable Haltestellen», sagt Rosenast.

Bis dieses Ziel aber erreicht ist, müssen Busbenützer im Zweifelsfall einen kleinen Sprint einlegen, um den abfahrenden Bus noch zu erwischen. Sonst werden sie eventuell im Regen stehen gelassen.

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