Die Post sucht eine neue Generalsekretärin des Verwaltungsrats – «eine Schüsselposition in einem dynamischen Umfeld», wie es im Stelleninserat heisst. Nicht erwähnt wird, dass das Arbeitsumfeld derzeit mehr Dynamik als üblich hat. Die bisherige Generalsekretärin Kerstin Büchel (47) bestätigt ihren Abgang: «Nach acht Jahren war für mich Zeit für etwas Neues.» Mit dem Postauto-Skandal stehe ihre Kündigung in keinem Zusammenhang.

Eine Verbindung gibt es allerdings. Büchel zählte zu den Empfängern der vertraulichen Aktennotiz von 2013, die vergangene Woche publik wurde. Das Schreiben dokumentiert, dass die Konzernführung schon damals über nicht regelkonforme Umbuchungen von 30 Millionen Franken bei der Postauto Schweiz AG informiert worden war.

Verheiratet mit der CVP

Büchel stammt aus Bremen, liess sich im Frühling 2007 einbürgern und versuchte im Herbst desselben Jahres den Sprung nach oben: Für die Berner CVP kandidierte sie für den Nationalrat. Sie blieb chancenlos, doch im CVP-Umfeld eröffnete sich eine andere Karrieremöglichkeit. Unter Post-Verwaltungsratspräsident Claude Béglé, der nun für die CVP im Nationalrat sitzt, wurde sie 2009 Generalsekretärin. Dabei führte sie auch das persönliche Büro des Präsidenten. In ihren letzten beiden Amtsjahren sass ein anderer CVPler auf dem Chefsessel: Urs Schwaller, ehemaliger Freiburger Ständerat.

Nicht nur beruflich ist Büchel mit der CVP verbunden. Ihr Ehemann Daniel Büchel schaffte es in der Partei ebenfalls in den Karrierelift. Er startete auf dem CVP-Generalsekretariat, wurde persönlicher Mitarbeiter der CVP-Bundesräte Joseph Deiss und Doris Leuthard und amtet heute als Vizedirektor des Bundesamts für Energie. Dieses gehört wie die Post zu Leuthards Departement.

In der Krise sucht die Post zudem eine neue Leiterin des Konzernrisikomanagements. Die bisherige Stelleninhaberin Mira Walther wechselt ein paar Chefetagen nach unten und leitet nun die Finanzen der Tochterfirma SecurePost AG. Ihr Wechsel habe nichts mit Postauto zu tun, sagt sie. Das Risikomanagement ist nur für strategische Fragen zuständig und nicht etwa für das Risiko von mehr als hundert versteckten Subventionsmillionen.