Suchtprävention

Wegen Smartphone, Tablet & Co.: Jugendliche schauen täglich über vier Stunden auf Bildschirme

Rund 7 Prozent der 15- bis 19-Jährigen weisen heute eine problematische Internetnutzung auf. (Symbolbild)

Rund 7 Prozent der 15- bis 19-Jährigen weisen heute eine problematische Internetnutzung auf. (Symbolbild)

Die Organisation Sucht Schweiz ist besorgt: Dass immer mehr Schüler über Mobilgeräte mit Internetzugang verfügen, hat zu einer übermässigen Bildschirmnutzung bei 11- bis 15-Jährigen in der Schweiz geführt. Auch die problematische Internetnutzung falle zunehmend auf.

So hat eine internationale Befragung von Schülerinnen und Schülern ergeben, dass die 11- bis 15-Jährigen in der Schweiz heute im Schnitt unter der Woche 4,4 und am Wochenende 7,4 Stunden pro Tag vor dem Fernseher, Computer, Tablet oder Smartphone verbringen. Zudem weisen heute gut 7 Prozent der 15- bis 19-Jährigen eine problematische Internetnutzung auf. Dies berichtet die Organisation Sucht Schweiz in einer Mitteilung. 

Übermässige Mediennutzung birgt Gesundheitsrisiken

Freizeitaktivitäten vor dem Bildschirm fanden vor 20 Jahren primär zuhause statt und waren auf das Fernsehen und auf Computerspiele limitiert. Dies hat sich stark geändert: Mit der mobilen Nutzungsmöglichkeit von internetfähigen Geräten wie Laptops, Tablets und Smartphones haben sich die Bildschirmmedien stark verbreitet, schreibt die Organisation weiter.

Laut einer Studie hätten Schülerinnen und Schüler mit überdurchschnittlicher Nutzungszeit ein zwei Mal so hohes Risiko für ungesunde Ernährungsgewohnheiten im Vergleich zu anderen Altersgenossen. Sie seien häufiger übergewichtig und körperlich zu wenig aktiv.

Die Internetnutzung ist heutzutage eine der Hauptaktivitäten an Bildschirmen und spielt im Leben von Heranwachsenden eine wichtige Rolle, erklärt Sucht Schweiz. Bezeichnend für eine problematische Nutzung des Internets seien beispielsweise Schwierigkeiten, offline zu gehen, die Vernachlässigung von Schlaf, Schulaufgaben und Familienleben.     

Insbesondere der Konsum von Mehrspieler-Online-Rollenspielen, sozialen Netzwerken, Geldspielangeboten sowie Pornoseiten würden eine problematische Nutzung begünstigen.

Angemessener Medienumgang will geübt sein

Mediennutzung sei allgegenwärtig und durchaus nützlich, so die Organisation weiter. Dennoch sollten Eltern mit ihren Kindern einen angemessenen Umgang mit Medien einüben, um so die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Folgende Regeln gibt die Organisation Eltern als Unterstützung:

  • Reden Sie mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen mit digitalen Medien. Lassen Sie sich Computerspiele, Online-Aktivitäten und Lieblingswebsites und -apps zeigen und fragen Sie nach den Motiven, diese zu nutzen.
  • Setzen Sie Regeln bezüglich der Zeit am Bildschirm, der Schlusszeit am Abend sowie der Inhalte, jeweils angepasst an das Alter des Kindes. Die im Kasten vorgestellten Webseiten können dabei weiterhelfen.
  • Seien Sie Vorbild: Überprüfen Sie deshalb Ihre eigenen Mediengewohnheiten.
  • Fernseher, Computer und Spielkonsolen sollten wenn immer möglich bis ins Jugendalter in einem Gemeinschaftsraum und nicht im Kinderzimmer stehen. Es kann auch vereinbart werden, das Smartphone und das Tablet ab einer bestimmten Zeit abends fern vom Kinderzimmer zu hinterlegen.
  • Bildschirmzeit sollte nicht als Belohnung oder Bestrafung eingesetzt werden. Dies überhöht ihre Bedeutung zusätzlich.
  • Sorgen Sie für genügend Freizeitaktivitäten auch ohne digitale Medien.

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