Minarett-Initiative

Wegen Minarett-Plakat: Erste Warnung aus der Türkei

Am Freitag nachmittag hat die interdepartementale Arbeitsgruppe «Kommunikation Minarett-Initiative» auf das Plakat der Befürworter erste beunruhigende Reaktionen aus dem Ausland erhalten.

Es sei möglich, dass die Stimmung in der Türkei gegen die Schweiz kippe, meldete der Schweizer Botschafter in Ankara nach Bern. Das bestätigt Johannes Matyassy, Chef von «Präsenz Schweiz» und Mitglied der Arbeitsgruppe, gegenüber der Zeitung «Sonntag». Grund für die Befürchtung sind Reaktionen auf die Plakate, die im Verlauf des Freitags bei der Botschaft eingegangen sind. «Wir haben sofort reagiert und den Botschafter mit weiteren Materialien ausgerüstet», sagt Matyassy. Die Arbeitsgruppe wurde bereits vor zwei Jahren gegründet und analysiert fortlaufend die Reaktionen im Ausland auf die Initiative, vor allem im arabischen Raum. Unter anderem wurden die Schweizer Botschaften in aller Welt mit Informationsmaterial über das umstrittene Volksbegehren ausgestattet. Als vor zwei Wochen das Anti-Minarett-Plakat erstmals in Zeitungen veröffentlicht wurde, schickte die Arbeitsgruppe auch das Plakat umgehend an alle Botschafter. In einer ersten Reaktion zeigten sich diese beruhigt: Das Plakat werde in der islamischen Welt wohl als Provokation aufgefasst, aber nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen, meldeten die Diplomanten. «Wir beobachten die Situation weiter aufmerksam und reagieren sofort, wenn sich die Situation ändert», sagt Matyassy.

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