Schon im Vorfeld suchten die Behörden per eingeschriebenem Brief erfolglos den Kontakt zu Facebook. «Es darf nicht sein, dass irgendwelche anonym agierende Leute innert Stunden Tausende für illegale Veranstaltungen und Parties mobilisieren können», sagt Nause gegenüber dem «Sonntagsblick»

Ausschreitungen in Bern (Quelle: youtube/Nicolas Heinzelmann)

Ausschreitungen in Bern

Zumal die Gefahr bestehe, «dass es zu Gewalttätigkeiten und Sachbeschädigungen kommt und Menschen verletzt oder sogar getötet werden.» Für Nause ist das unverständlich, dass das Unternehmen nicht kooperiert. «Das ist unverantwortlich und ein Missbrauch einer Internetplattform zu illegalen und kriminellen Zwecken. Es geht nicht an, dass sich Facebook um die auf ihrer Seite publizierten Inhalte foutiert.»

Hochbetrieb im Inselspital

Kleine Gruppen lieferten sich die Nacht hindurch immer wieder Scharmützel mit der Polizei. Dabei gingen in der Innenstadt über 70 Scheiben zu Bruch, und Waren wurden aus Auslagen gestohlen. Die Polizei schätzte den Schaden durch Vandalismus und Plünderungen am Morgen auf mehrere hunderttausend Franken.

Die Kundgebung hat der Notfallabteilung im Berner Inselspital mehr Arbeit verursacht als die Partys an Silvester. 61 Menschen musste die Belegschaft in der Nacht auf Sonntag verarzten, viermal mehr als in einer normalen Mai-Samstagnacht.

Unter den etwa Verletzten waren 20 Kantonspolizisten und ein Mitarbeiter der Transportpolizei, der im Gesicht verletzt worden war. 61 Personen wurden von der Polizei im Zusammenhang mit den Ausschreitungen angehalten.

Ausserordentliche Sitzung

Die Berner Stadtregierung will sich am Montag zu einer ausserordentlichen Sitzung treffen. Sie soll dazu dienen, die Ereignisse zu besprechen und das weitere Vorgehen zu beschliessen. Schon jetzt ist aber für den Berner Gemeinderat klar, dass die gewalttätigen Ausschreitungen inakzeptabel sind. (rsn/sda)