Luftrettung

Wegen hoher Chef-Löhne? Rega hat nach 45 Jahren kein Spenden-Gütesiegel mehr

Wie die «Weltwoche» in ihrer neuesten Ausgabe schreibt, verliert die Rettungsorganisation nach 45 Jahren das Zewo-Gütesiegel. Der Grund: Anscheinend sind die Löhne der Rega-Chefs zu hoch.

Die Rettungsorganisation Rega ist ab 2014 nicht mehr Zewo-zeritifiziert, das sie seit 1968 innehatte. Die Organisation hat von sich aus entschieden, darauf zu verzichten, wie es in der morgigen Ausgabe der «Weltwoche» heisst. Das Gütesiegel der Hilfswerk-Zertifizierungsstelle Zewo wird nach eigenen Angaben nur an vertrauenswürdige Hilfswerke vergeben, die «regelmässig auf den gewissenhaften Umgang mit den ihnen anvertrauten Mitteln kontrolliert» werden. In Zukunft wird die Rega also nicht mehr von unabhängiger Warte kontrolliert.

Die Rega bestätigte am Mittwoch einen Vorabdruck der am Donnerstag erscheinenden "Weltwoche". Sie habe entschieden, künftig auf die Benützung des Gütesiegels zu verzichten. Sie sei nicht mehr zu vergleichen mit einer klassischen Hilfs-oder Spendenorganisation wie beispielsweise einem Heimbetrieb, einer Umweltschutz- oder Menschenrechtsorganisation, sondern vielmehr mit einer Organisation des Service Public. Sie begründet den Enscheid mit «zunehmender Regulierung und Professionalisierung in Aviatik und Medizin». Sie habe eine «Organisations­- und Prozess­struktur, die nicht mehr in das Zertifi­zierungsraster der Zewo» passe.

Lohn des Rega-CEO ist geheim

Doch die «Weltwoche» schreibt, die Rega hätte das Spenden-Gütesiegel gar nicht mehr erhalten. Der Grund sind die hohen Entschädigungen der Chefs. Stiftungspräsident Ulrich Graf etwa erhält pro Jahr 90'000 Franken für einen Arbeitsaufwand von 20 Prozent.

Wie viel der Rega-CEO Ernst Kohler verdient, ist aber unklar. Die Wochenzeitschrift schätzt den Lohn auf 600'000 Franken, was Kohler allerdings weder dementiert noch bestätigt.

Die Chefin der Spenden-Zertifizierungsstelle, Martina Ziegerer, bezeichnet den Lohn von Stiftungspräsident Ulrich Graf als «unüblich hoch für ein Hilfswerk». Die Verlängerung des Zewo-Siegels wäre laut Ziegerer wohl nur möglich gewesen, wenn man die Rega als eine Art Spezialfall bertrachten würde – nicht als Hilfswerk, sondern als Spital oder Airline. (sda/fam)

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