Roman Schenkel

Denn doppelt vorhandene Strassennamen sind in derselben politischen Gemeinde nicht zulässig, auch wenn die Postleitzahl deutlich abweicht. «Aus praktischen und postalischen Gründen» - wie es der Schlussbericht der Gemeindefusion von Baden und Neuenhof ausdrückt - müssen die identischen Strassennamen in einer der beiden Gemeinden geändert werden. Insgesamt gibt es neun Strassendoubletten.

Zum Glück nur neun Strassen

«Es sind zum Glück nicht so viele Strassen, die den gleichen Namen haben», sagt Jarl Olesen, Abteilungsleiter Planung und Bau der Stadt Baden. Zusammen mit seinem Kollegen aus Neuenhof, Peter Richiger, hat er die doppelten Strassennamen unter seiner Obhut.

Er betont, dass die Entscheide, welche Strassennamen geändert werden müssen, nicht willkürlich gefällt worden seien. «Die Namen werden dort geändert, wo weniger Personen betroffen sind und damit auch weniger Folgen auftreten», so Olesen.

Denn die Änderung der Strassennamen bedeutet für Anwohner praktisch das Gleiche wie ein Wohnungswechsel. Neue Visitenkarten zu bestellen, ist da nur die Spitze des Eisbergs.

In Baden werden Bergstrasse, Dorfstrasse und Güterstrasse umgenannt. In Neuenhof benötigen Buchenweg, Föhrenweg, Gartenstrasse, Römerstrasse, Wiesenstrasse und eventuell die alte Zürcherstrasse einen neuen Namen. Ideen für Strassennamen gibt es noch nicht: «Wir warten, bis der Zusammenschluss definitiv ist», so Olesen. Spätestens am 1.1.2012 brauchen die neun Strassen einen anderen Namen.

Der Entscheid, den Namen des Neuenhofer Föhrenwegs zu ändern, fiel leicht - am Föhrenweg wohnen nur vier Parteien. Etwas schwieriger ist die Situation für die Dorfstrasse. Laut Telefonbuch gibt es für die Dorfstrasse in Baden Dättwil 49 Einträge. In Neuenhof sind es an der Dorfstrasse 78 Einträge.

«Tulpenweg schätzen wir nicht»

Hans Hauri ist einer der Anwohner der Dorfstrasse in Baden Dättwil. «Für mich ist es nachvollziehbar, dass aufgrund der Anzahl Anwohner der Namen der Dorfstrasse in Neuenhof bestehen bleibt», sagt Hauri. Hocherfreut sei er über die Änderung seiner Wohnadresse aber nicht.

Zusammen mit seiner Frau hat er sich zumindest dafür eingesetzt, dass die Betroffenen bei der Namensänderung einbezogen werden. Er hofft, dass der Vorschlag «obere Dorfstrasse» bei der Projektleitung der Fusion und bei der Post akzeptiert wird. «Tulpenweg würden wir schon nicht gerade schätzen», sagt er mit einem Augenzwinkern.