Schweiz

Wegen einer einzigen Stimme: FDP-Delegierte sprechen sich gegen Vaterschaftsurlaub aus

An einer digitalen Delegiertenversammlung haben die FDP-Delegierten die Parolen für die Abstimmung vom 27. September gefasst. Petra Gössi kritisierte die Politik in den linksdominierten Schweizer Städten.

Die FDP-Delegierten haben an der Versammlung vom Samstag die Ja-Parole zu den Kampfjets und zur Erhöhung der Kinderabzüge beschlossen. Beim Vaterschaftsurlaub war die Entscheidung äusserst knapp: Wegen einer einzigen Stimme beschliesst die FDP die Nein-Parole zur Vorlage. In einer Mitteilung der FDP heisst es, bei der Diskussion sei zum Ausdruck gekommen, dass sich die FDP die Elternzeit statt einem Vaterschaftsurlaub wünscht. Bereits vor der Delegiertenversammlung hatte die Partei die Nein-Parole zur Begrenzungsinitiative und ein Ja zum Jagdgesetz beschlossen.

FDP-Präsidentin Petra Gössi ist die Politik der Schweizer Städte ein Dorn im Auge.

FDP-Präsidentin Petra Gössi ist die Politik der Schweizer Städte ein Dorn im Auge.

Petra Gössi kritisierte in einer Ansprache den «immer lauter werdenden Ruf nach einer stärkeren Regulierung aller Aspekte unseres Lebens durch den Staat.» Dieser habe sich in der Coronakrise wieder bemerkbar gemacht. Es sei wichtig, dass die Schweiz wegkomme von Ausnahmeregelungen und Notrecht, und zu einer «neuen Normalität» finde. Weiter stellte Gössi fest, dass die «unaufhaltsamen Strukturerneuerungen» in der Wirtschaft in zukunftsfähige Bahnen gelenkt werden müssten, dies aber nicht auf Kosten der zukünftigen Generationen geschehen dürfe.

Gössi verwies auf die grossen Städte, wo sich beobachten lasse, was geschehe, wenn die Linke ihre Politik durchsetzen könne: «Klientelismus und zutiefst ideologische Vorstellungen eines richtigen Lebens» gingen dort einher mit der Diffamierung von Leistung und Unternehmertum. Der Einfluss des Staates werde auf alle Lebensbereiche ausgedehnt. Die Liberalen müssten hier Gegensteuer geben und in Zukunft auch emotional überzeugen, damit die Basis auch tatsächlich an die Urne gehe.

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