Irène Kälin fährt für ihre Arbeit als Nationalrätin zweite Klasse nach Bern. Der Bund bezahlt ihr aber nur das teurere 1.-Klass-GA – obwohl sich Kälin um ein Generalabonnement (GA) für die zweite Klasse bemühte. Generell findet die Grüne: Die Privilegien für Bundesparlamentarier (siehe unten) gehören abgeschafft.

Die grosse Mehrheit der AZ-Leserinnen und -Leser pflichtet Kälin bei. "Die sollen ihr GA selber berappen. Verdienen sowieso zu viel", schreibt Martin Hug auf Facebook. Emilio Enrico meint: "Ich hatte bis jetzt keine Ahnung was die noch alles vergütet bekommen. Dies ist wirklich des Guten zu viel." Wie viele andere Kommentarschreiber weist er darauf hin, dass viele Arbeitskräfte ihren Arbeitsweg selber berappen müssen.

Es gibt aber auch Einwände gegen die Abschaffung der Privilegien. Es sollte nicht nur Parlamentarier sein können, wer genug Geld hat, schreibt beispielsweise Nutzer "CJM94".

"Schön, dass da eine nicht einfach so mitmacht"

Viele Leserinnen und Leser sind Kälin dankbar, dass sie auf das Problem aufmerksam macht. Der Tenor lautet: "Es ist schön zu sehen, dass da eine nicht einfach so mitmacht." "Raywinter" ist beeindruckt ob Kälins Engagement: "Es ist wirklich schön, wenn unsere Volksvertreter (-innen vor allem) auch mitziehen beim Sparen. Das hat mich ausserordentlich beeindruckt."

Einige Kommentarschreiber vermuten hingegen, Kälin gehe es nicht um die Abschaffung von Privilegien, sondern bloss um Aufmerksamkeit.

Ihr Auftreten gefällt aber auch vielen, die sonst nicht links-grün wählen. Daniel Tschirren schreibt: "Ich wähle sonst auch eher Leute aus der EDU oder auch mal der SVP, aber vor dieser Frau ziehe ich heute meinen Hut. Wie lange schon wünschen wir uns Politiker, die nicht nur reden, sondern handeln und vielleicht auch mal mit dem eigenen Beispiel voran gehen?"

In der AZ-Umfrage sprechen sich 68 Prozent der Leserinnen und Leser dafür aus, dass Bundesparlamentarier nur noch ein GA zweiter Klasse vergütet bekommen. (mwa)