Golfplatz

Wasserbedarf als «Killerkriterium»?

Adrian Risi, Marcel Muri, Gregor Furrer, Rolf Theiler und Ruedi Vonplon standen den Anwohnern am Montagabend in Kappel Red und Antwort  zum geplanten Projekt «Golfpark Baar-Hausen-Kappel». (Bild Martin Platter)

Golfplatz

Adrian Risi, Marcel Muri, Gregor Furrer, Rolf Theiler und Ruedi Vonplon standen den Anwohnern am Montagabend in Kappel Red und Antwort zum geplanten Projekt «Golfpark Baar-Hausen-Kappel». (Bild Martin Platter)

Fragen zu Verkehrsaufkommen, Betriebszeiten und Lärmemissionen dominierten die erste Informationsveranstaltung, die an die Anwohner des geplanten Golf-Platzes Baar-Hausen-Kappel gerichtet war. Als «Killerkriterium» bezeichnete Verwaltungsratspräsident Adrian Risi die Wasserfrage.

Von Martin Platter

Rund 40 Millionen Liter Wasser würde die neue 18-Loch-Golfanlage unterhalb Ebertswils jährlich benötigen. Gemäss Adrian Risi, Verwaltungsratspräsident der Zugersee Golf AG, sei bereits eine Anfrage an die Hausemer Wasserversorgung gerichtet worden. Vorab habe man positive Signale erhalten (im Kasten).

Bereits 2004 hatte der Zuger Kantonsrat den Golfplatz, der damals noch ganz auf Baarer Gemeindegebiet hätte erstellt werden sollen, in den Richtplan aufgenommen. Ein Landbesitzer besann sich dann aber anders und zog seine Zusage zurück. Deshalb habe man sich über die Kantonsgrenze orientiert und sei bei der Landsuche auf dem Gemeindegebiet von Kappel (17 ha) und Hausen (20 ha) fündig gefunden. Die Pachtverträge seien bereits unterzeichnet gewesen, da habe das negative Bundesgerichtsurteil zum Ausbau des Golfplatzes in Wettswil Unsicherheit in der Planungsgruppe verbreitet. Erneut wurde das Gespräch mit den politischen Entscheidungsträgern gesucht, um Planungs- und damit eine gewisse Investitionssicherheit zu erlangen, zeichnete Risi den bisherigen Werdegang des Golfplatzprojektes nach. Die Standortwahl mit der phantastischen Aussicht in die Innerschweiz sei kein Zufall. «Der Golfplatz erhöht die Attraktivität der gesamten Region markant», ist der Bauunternehmer überzeugt.

Befindlichkeiten ausloten

Nun wolle er wissen, wie die Anwohner über das Projekt denken. Deshalb seien in einer ersten Phase auch nur die Nachbarn des Golfplatzes eingeladen worden. Weitere Informationsveranstaltungen, die allen offenstehen, würden im Spätsommer folgen; dann, wenn das Bauvorhaben bereits konkretere Formen angenommen habe, führte Risi aus.

Die Möglichkeit, Fragen direkt an die Verantwortlichen zu richten, wurde rege genutzt. Neben Risi waren die drei weiteren Risikokapitalgeber Rolf Theiler, Gregor Furrer und Ruedi Vonplon sowie Planer und Projektleiter Marcel Muri anwesend. Es ging hauptsächlich um die Emissionen, die der Betrieb des Golfplatzes dereinst auslösen wird und die Zufahrt zum Clubhaus. Risi bezifferte die Zu- und Wegfahrten bei Vollbetrieb von Golfplatz, Driving Range und (öffentlichem) Restaurant auf maximal 28 pro Stunde und ergänzte, dass der Golfplatz witterungsbedingt während voraussichtlich neun Monaten bespielt werden könne. «Das entspricht einer Zunahme der derzeitigen Verkehrsfrequenz auf der Ebertswilerstrasse um zirka fünf Prozent», rechnete Risi vor.

Gespielt werde je nach Licht und Wetter täglich von 7:30 bis etwa 18 Uhr. Die Pflege des Platzes finde jedoch ausserhalb dieser Zeit statt. Wobei die dafür nötigen Maschinen kleiner und weniger lärmintensiv seien, als die derzeit im Einsatz stehenden Landwirtschaftsmaschinen. Man setze in diesem Bereich zunehmend auch elektrisch betriebene Geräte ein, die nahezu geräuschlos laufen, ergänzte Furrer.

Vage Angaben zur Infrastruktur

Noch vage waren die Antworten zur Infrastruktur, da diese noch nicht restlos geplant sei. Zusätzliche Wege sollen auf dem Areal gebaut werden, die öffentlich zugänglich sind. Auf die andernorts gebräuchlichen, hohen Sicherheitsnetze, um vor fliegenden Bällen zu schützen, wird jedoch verzichtet, stattdessen Baumreihen gepflanzt. Das Clubhaus mit öffentlichem Restaurant soll zwei- bis dreigeschossig werden, dazu eine Driving Range (Übungsplatz zum Abschlagen der Golfbälle) und 200 Parkplätze. Insgesamt sollen etwa 20 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wo die Bauten entstehen sollen, war Gegenstand der abschliessenden Abstimmung. Von den 160 Anwohnern entschieden sich 124 für die Variante B beim Schönau-Hof, näher bei Sihlbrugg. Die rasche Erreichbarkeit des Autobahnanschlusses und die Aussicht, dass auf dem Hof mit der Schweinezucht aufgehört werde, waren die meistgenannten Gründe für den Entscheid. Nur 36 gaben Variante A den Vorzug, welche die Zufahrt vis-à-vis des Grundstücks von Rolf Theiler vorgesehen hätte. Theiler selbst wäre es egal gewesen. Hauptsache, es werden keine hässlichen Fangnetze aufgestellt.

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