Jurapark

Was sollen wir denn im Jurapark?

Nicht total begeistert: umstrittene Eingliederung in den Jurapark

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Nicht total begeistert: umstrittene Eingliederung in den Jurapark

Weisser Fleck: Nicht alle potenziellen «Jurapark-Gemeinden» sind vom neuen Verbund begeistert

ROBERT BENZ
Zwischen Brugg, Aarau und dem Kanton Solothurn schliessen sich 34 Gemeinden zum «Jurapark» zusammen. Unter diesem Naturlabel wollen sie sich endlich besser vermarkten. Nur: Ist dieser Jurapark wirklich die viel gepriesene «grosse Chance» für die 244 km2 «kleine» Region? Nein, finden die Gemeinden am Bözberg und am Geissberg, und machen nicht mit. Skeptisch stehen sie dem Projekt gegenüber, den konkreten Nutzen zweifeln sie an und deshalb wollen sie auch kein Geld zahlen, keinen «Jurafünfliber», den die Park-Gemeinden jährlich entrichten müssen, für die Aufwertung der Natur, für die Vermarktung der Region, für Administration.


Sehr haushälterisch wollen die Bözberger Gemeinden nach eigenen Angaben mit ihrem Geld umgehen. «Wir können nicht fünf Franken pro Kopf ausgeben, ohne genau zu wissen, wofür», sagt Rudolf Wälti, Gemeindeammann von Oberbözberg, und Peter Plüss, sein Amtskollege aus Unterbözberg, doppelt nach: «Wir sind am Rande des Juraparks und haben eigentlich keine vermarktungstechnischen Schwierigkeiten. Es gibt genügend Organisationen mit dem Ziel, die Region attraktiver zu machen.»


Da hat er nicht unrecht, man denke an «Brugg Regio», «Vindonissapark», «Dreiklang», «Vision Mitte» usw. Dazu der Remiger Gemeindeammann Paul Stalder: «Wir haben eine totale Sättigung an solchen Organisationen erreicht, es braucht nicht noch eine. Wir würden die Energien besser regional bündeln.» Auch Nachbar Rüfenach will nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Gemeindeammann Conrad Lüthy: «Unsere Orientierung geht klar in Richtung Brugg, nicht ins Fricktal.»


Die Gemeinderäte von Ober- und Unterbözberg, von Gallenkirch und Linn haben gemeinsam beschlossen, sich dem Projekt Jurapark Aargau nicht anzuschliessen. Die Linner folgten jedoch dem Vorstoss des ortsansässigen Dreiklang-Präsidenten Geri Hirt und traten dem Projekt Jurapark bei.


Die Gemeinde Villigen ist dem Gemeindeverbund beigetreten. «Villigen ist ein aufgeschlossenes Dorf. Wir wollen dem Tourismus hier eine Chance geben und helfen mit, die Kosten zu tragen», sagt Ammann «Schebi» Baumann. Beim Thema Tourismus gehen die Meinungen weit auseinander. Der Riniker Gemeindeschreiber Jörg Hunn fragt sich, warum gerade der Aargauer Jura derart einzigartig sei. «Auf diese Weise könnte doch jedes Gebiet unter einem Label vermarktet werden. Es ist eine Illusion, zu glauben, dass Touristen deswegen vermehrt in unsere Region kommen, wenn sie nach Luzern oder an den Hallwilersee fahren können.»

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