Kodex

«Was kann ich persönlich beitragen...?»

Sekundarschul-Präsidentin Annemarie Eberle verfolgt den Ballon-Wettbewerb. (Bild Thomas Stöckli)

Schule Obfelden

Sekundarschul-Präsidentin Annemarie Eberle verfolgt den Ballon-Wettbewerb. (Bild Thomas Stöckli)

Gemeinsam mit dem Schülerparlament und der ganzen Schülerschaft hat die Sekundarschule Obfelden ihr bestehendes Benimm-Regelwerk überarbeitet. Am Freitag wurde der Verhaltenskodex mit einem Schulfest feierlich in Kraft gesetzt.

«Hand aufs Herz: wem ist nicht auch schon ein Kaugummi aus dem Mund gefallen?», richtet sich Schulsozialarbeiter Martin Graf in der Mehrzweckhalle Zendenfrei an die versammelten Obfelder und Ottenbacher Oberstufenschüler und reckt selber auch die Hand nach oben. «Gleich viele sind wohl auch schon in einen weichen Kaugummi gestanden», deckt Graf sofort die Schattenseite dieses «Versehens» auf. «Littering» oder Abfall rumliegen lassen ist ein Thema im neuen Verhaltenskodex der Schule. Weitere sind Fairness, Respekt und Achtung von fremdem Eigentum.

«Ich behandle andere so, wie ich behandelt werden will»

Ein Ballonwettbewerb bot den Schülern Gelegenheit, sich darüber Gedanken zu machen, was sie selber dazu beitragen können, dass der Verhaltenskodex gelebt wird. Dies galt es nämlich auf der Rückseite der Wettbewerbskarte festzuhalten. Während einige das nicht sonderlich ernst nahmen - «Ich habe nichts aufgeschrieben», so die Mehrzahl der Schüler auf Anfrage des «Anzeigers» - machten sich andere ernsthaft Gedanken: «Ich behandle andere so, wie ich behandelt werden will», schrieb eine Schülerin. Schulpräsidentin Annemarie Eberle sprach vor versammelter Schülerschaft über Gesundheit und Schulleiter Heinz Bucher über Umgangsformen. «Was ich sehe, entspricht nicht meinen Erwartungen», rügte der Schulleiter gleich zum Start und forderte die Schüler auf, normal hinzusitzen und ihre Kappen abzuziehen. «15 bis 20 Prozent der Lehrverhältnisse im Kanton werden aufgehoben», so Bucher, «der Hauptgrund ist mangelnder Anstand.» Die Oberstufe ist für viele die letzte Station vor dem Berufseintritt. Deshalb gilt es hier, grossen Wert auf die allgemeinen Regeln des Zusammenlebens zu legen.

Im Wahlfach Mediation haben sich Schülerinnen und Schüler ein halbes Jahr damit befasst, wie im Gespräch einvernehmliche Lösungen für einen Konflikt gefunden werden. Anhand eines Rollenspiels zeigten sie ihren Kameradinnen und Kameraden auf, wie das gehen könnte. Daneben wurde musikalisch einiges geboten: Vom Schulhaussong über gefühlvolle Balladen bis zu Metallica-Rock.

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