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Warum Kinder auf Bauernhöfen seltener an Asthma erkranken

Bauernkinder leben trotz viel Dreck und Bakterien gesund. (Symbolbild)

Bauernkinder leben trotz viel Dreck und Bakterien gesund. (Symbolbild)

Forscher haben herausgefunden, dass Keime durchaus etwas Gesundes an sich haben. So werden Kinder, die auf Bauernhöfen leben, seltener krank.

Durch vergleichende Hausstaubanalysen stellten Wissenschafter nicht nur fest, dass Kinder auf dem Land einem breiteren Spektrum verschiedener Mikrobenarten ausgesetzt sind. Darüber hinaus scheinen bestimmte Arten von Bakterien und Pilzen von besonders grosser Bedeutung für das geringe Asthmarisiko zu sein.

Hausstaub als Basis für Impfstoff

Diese Mikroben könnten als Basis für einen Impfstoff dienen, der auch Stadtkinder vor Asthma schützt, schreiben die Wissenschafter im «New England Journal of Medicine». «Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, bis wir über neue Vorsorgemassnahmen verfügen.

Aber wir sehen nun zumindest Möglichkeiten für die Entwicklung eines Impfstoffs», sagt Erstautor Markus Ege von der Kinderchirurgischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Je mehr Keime, desto gesünder

Forschergruppen aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, der Schweiz und den Niederlanden sammelten Hausstaubproben aus Kinderzimmern und ermittelten über DNA-Analysen und Anzucht von Mikroben, welche Arten von Bakterien und Pilzen darin enthalten waren.

Es zeigte sich, dass Kinder, die in der Nähe landwirtschaftlicher Betriebe lebten, mit einer grösseren Zahl unterschiedlicher Arten von Umweltkeimen in Kontakt kommen als andere. Je breiter das Artenspektrum, desto geringer war das Asthmarisiko.

Die Forscher halten es für möglich, dass eine bestimmte Kombination von Bakterien- und Pilzarten das angeborene Immunsystem so stimuliert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Überreaktion bei Kontakt mit harmlosen Mikroben sinkt. Es könnte aber auch sein, dass eine grosse Artenvielfalt einfach dafür sorgt, dass sich Asthma auslösende Arten nicht zu stark vermehren.

Von besonderer Bedeutung für einen Schutzeffekt könnten einige Spezies von Corynebakterien, Bacilli und Staphylokokken sowie Listerien sein und Pilze der Gattung Eurotium, so die Forscher. Wenn weitere Untersuchungen die Resultate bestätigen, wäre es denkbar, diese Mikroben als Grundlage für die Entwicklung eines Lebendimpfstoffs gegen Asthma einzusetzen.

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