Die Flammen beschädigten Maschinen, die Zeitungspapier herstellen, teilweise sehr stark. Die Produktion konnte seither nur schleppend wieder aufgenommen werden.

Die Kombination eines ohnehin schon angespannten Marktes und des Produktionsausfalls in Polen: Zeitungspapier ist europaweit knapp. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erklärte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer, dass zwar weder der «Tagi» noch «20 Minuten» auf Papier aus Kwidzyn gedruckt werden. Doch verschärft der unerwartete Ausfall die ohnehin schon am europäischen Markt bestehenden Engpässe. Kurzfristig könnten die Lieferanten die vereinbarten Papiermengen nicht liefern, bestätigte Zimmer am Dienstagabend einen entsprechenden Bericht von «persoenlich.com».

Vier Seiten weniger pro Tag

Deshalb werden für rund zwei Wochen der «Tages-Anzeiger» sowie die Basler, Luzerner und Zürcher Ausgaben von «20 Minuten» im Durchschnitt mit vier Seiten weniger produziert als üblich. Dabei handle es sich um eine Vorsichtsmassnahme, wie Zimmer dem «Tages-Anzeiger» erklärt.

Damit könnten kurzfristige Engpässe vermieden werden, damit man im Fall eines ausserordentlichen Nachrichtenereignisses weiterhin reagieren könne. Die vorübergehende Reduktion bedeutet laut Zimmer nicht zwingend weniger redaktionelle Seiten. Um das zu verhindern, könnten beispielsweise Seiten oder Eigeninserate  verschoben werden.

Die angespannte Lage auf dem Zeitungspapiermarkt lässt sich auch an den Preisen festmachen. Diese erhöhten sich im März zeitweise um 40 Dollar pro Tonne auf 1170 Dollar. Dies war der erste Anstieg seit dem Jahr 2016. Auslöser war die kleinere Produktionsmenge, bei gleichbleibender Nachfrage. In der Branche rechnet man mit einem weiteren Preisanstieg.

Ein weiterer Kostentreiber: Weil in den vergangenen Monaten auch die Preise für das hochwertigere Zeitschriftenpapier angestiegen sind, wechselten zahlreiche Kunden auf dem europäischen Markt vom teuren Magazin- auf das günstigere Zeitungspapier. (cbe/sda)