Verkehrsunfall
Warum der Todescrash dem VBS keine Zeile wert ist

Zwei Zivilisten sind gestern bei einem Zusammenstoss mit einem Armee-Fahrzeug ums Leben gekommen. Wer auf der VBS-Homepage nach dem Unfall, beziehungsweise nach einer Kondolenz an die Opfer sucht, tut das vergebens.

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Keystone

Noch ist die Ursache für den Crash zwischen einem gepanzerten Armeefahrzeug und einem Lieferwagen auf der A9 bei Martigny unklar (aargauerzeitung.ch berichtete). Fest steht aber, dass zwei Zivilisten ihr Leben verloren haben und eine weitere Person immer noch schwer verletzt im Spital liegt. Die zwei Soldaten, die das Militärfahrzeug auf den Pannenstreifen abstellten, wurden nur leicht verletzt.

Erstaunlich: Dem Departement für Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) ist der Unfall
keine Zeile wert. Bis heute Nachmittag war auf der Internet-Seite des VBS keine entsprechende Meldung vorhanden und auch Medienmitteilungen wurden keine verschickt. Nicht einmal eine Kondolenz an die zwei verstorbenen Opfer ist auf der Seite zu finden. Die einzige Meldung von gestern betrifft die Beförderung von höheren Unteroffizieren.

Ganz anders reagiert das VBS bei Unfällen, bei denen Soldaten zu Schaden kommen. Sowohl vor zwei Jahren beim Unglück auf der Kander wie auch vor einem Jahr beim tödlichen Fallschirmunfall in Bayern - die Armee hat zahlreiche Medienmitteilungen verfasst und als erstes den Angehörigen ihr Mitleid ausgesprochen.

Kondolieren, wenn Identität bekannt ist

Beim VBS argumentiert man damit, dass der Kanton Wallis mit den Ermittlungen betraut ist und nicht die Militärjustiz. «Die zivilen Behörden informieren die Öffentlichkeit, in diesem Fall war das bisher die Kantonspolizei Wallis», sagt Christoph Brunner, Infochef Verteidigung beim VBS.

«Die Armee werde den Angehörigen der Verstorbenen noch kondolieren», so Brunner. Dies werde dann möglich sein, wenn wir die Identität der Verunfallten bekannt sei.

Nicht klar, ob Pannendreieck aufgestellt wurde

Die Polizei Wallis ist derweil immer noch dabei herauszufinden, wie es zum Unfall gekommen ist. Laut Informationschef Jean-Marie Bornet ist weiter unklar, ob die zwei Soldaten das Armeefahrzeug «Eagle» auf dem Pannenstreifen korrekt gesichert haben.

«Wir wissen nicht ob die Soldaten ein Pannendreieck aufgestellt haben», sagt Bornet auf Anfrage. Dieses sollte im Falle einer Panne auf Autobahnen 100 Meter vor der Pannenstelle aufgestellt werden. «Es ist durchaus möglich, dass die Soldaten gar keine Zeit mehr hatten um das Pannendreieck überhaupt aufzustellen», so der Infochef der Kantonspolizei. (jep)