Schweiz

«Warnungen wurden nicht beachtet» – Swissmedic zu Epilepsie-Medikament für Schwangere

Die Swissmedic ist wegen des Epilepsie-Medikaments Depakine in Kritik geraten.

Die Swissmedic ist wegen des Epilepsie-Medikaments Depakine in Kritik geraten.

Das Schweizerische Heilmittelinstitut nimmt Stellung, nachdem Fälle hirngeschädigter Neugeborener bekannt geworden sind. Die Mütter hatten während der Schwangerschaft das Medikament Depakine eingenommen.

Sind die werdenden Eltern zu wenig gewarnt worden, haben die Behörden versagt? 39 Fälle geistig oder körperlich geschädigter Kinder hat ein Bericht des Bundesrates vor drei Wochen ans Licht gebracht. Die Mütter hatten während der Schwangerschaft das Epilepsie-Medikament Depakine eingenommen.

In einem Interview mit Radio SRF hat sich nun das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic zu den Fällen geäussert. Betroffene Eltern hatten sich beschwert, sie seien von ihren Ärzten nicht über die Risiken des Medikaments aufgeklärt worden. In einem Fall sei die Dosis während der Schwangerschaft sogar erhöht worden, so eine Mutter.

Christoph Küng von Swissmedic betont nun, das Institut habe seit 2006 Warnungen herausgegeben. Diese seien von einzelnen Ärztinnen und Ärzten jedoch nicht weitergegeben worden, obwohl das deren Pflicht gewesen wäre. «Wir können nicht in jede Praxis reinschauen, wie dort das Aufklärungsgespräch läuft», sagt Küng.

Ärzte und Hersteller müssen sich vor Gericht verantworten

Gemäss Recherchen der «Sonntagszeitung» ist von einer hohen Dunkelziffer des so genannten Valproat-Syndroms auszugehen. Valproat ist der Wirkstoff, der die Schäden an den ungeborenen Kinder verursacht hatte. Zudem seien zehn Klagen gegen Ärzte und und den Hersteller Sanofi hängig. An den Klagen beteiligt sich auch die Invalidenversicherung (IV).

Swissmedic kündigt Verbesserungen an. So will sie es für Patientinnen einfacher machen, unerwünschte Wirkungen von Medikamenten direkt zu melden.

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