Wangen a/A

Es ist so weit: Das Geld für die dritte Etappe der Aare-Renaturierung in Wangen a/A ist beisammen. Im Herbst erhält die Aare im Stutzacker einen ursprünglichen Seitenarm zurück. Dies unter der Trägerschaft der BKW Energie AG und Pro Natura Bern.

Vor langer, langer Zeit bahnte sich die Aare ihren Weg durch die hiesige Landschaft. Mal gleitet sie geschmeidig, als wäre sie ein stilles Wasser, andernorts drängt sie mit Zug wie ein reissender Strom landabwärts. Vor nicht all zu langer Zeit allerdings (Ende des 19. Jahrhunderts) hat die Menschenhand der Aare ihre charakteristischen Kurven genommen und das bis anhin natürliche Gewässer in künstlich enge Bahnen gezwungen.

Nun werden einige dieser Eingriffe im Rahmen einer kantonsübergreifenden Renaturierung wieder rückgängig gemacht, wie es demnächst auch im Stutzacker in Wangen a/A geschehen soll.

Alte Karten zeigen, dass dort bis vor über 100 Jahren ein Seitenarm floss. 1904 wurde in eben diesem Seitenarm ein Stauwehr errichtet und das Wasser über einen Kanal Richtung Schwarzhäusern geleitet.

Ende der 60er-Jahre aber – mit dem Bau des neuen Kraftwerks Bannwil – wurde das Wehr wieder abgerissen und der Kanal zugeschüttet. An genau dieser Stelle soll nun wieder ein 160 Meter langer Seitenarm, analog zum ursprünglichen Flusslauf, eine Insel «abtrennen». Das inselseitige Ufer soll steil, das landseitige Ufer flach ausfallen.

Dadurch soll auch ein neuer Lebensraum für Fische, Biber, Eisvögel, Libellen und andere Lebewesen entstehen. Im März wird das Projekt publiziert, und im August sollen die Arbeiten starten können.

Zwei Jahre lang, von 2003 bis 2005, lag das rund eine Million Franken teure Vorhaben allerdings in der Schublade. «Damals war das Projekt noch nicht bezahlbar», begründet Arthur Kirchhof, Projektleiter des Büros Wasser Fisch Natur.

Vor allem der beträchtliche Aushub inklusive Deponie verursache die hohen Kosten. Inzwischen allerdings sei die Finanzierung gesichert. Im Rahmen der Kampagne «Befreit unsere Flüsse» werde das Projekt von Pro Natura Schweiz unterstützt.

Wesentliche Beiträge wurden auch vom kantonalen Renaturierungsfonds sowie dem Ökofonds der BKW Energie AG zugesichert. Kirchhof sagt: «Möglich ist, dass die beteiligten Gemeinden den so entstandenen und für Aarelaufspaziergänger einsehbaren Lebensraum als lokales Naturschutzgebiet erklären.» (mz/com/dge)

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