Der Wanderer war am Sonntag mit seiner Schwester auf dem Tomülpassweg unterwegs. Auf der Passhöhe trennten sie sich. Der Mann marschierte zum Wissensteinhorn, wo er sich ins Gipfelbuch eintrug.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, stürzte er beim Abstieg und verletzte sich an Bein und Kopf. Er verlor aber nicht die Nerven, richtete sein gebrochenes Bein zurecht und bastelte mit einer Pet-Flasche und einem Rucksackriemen eine provisorische Schiene.

Die Kopfverletzung verband er mit Grasblättern und einem Tapeband. Dann kroch er den Berg hinunter bis zum Tomülpassweg. Nachdem er am Sonntagabend noch nicht heimgekehrt war, schlug seine Schwester Alarm.

Im Freien bei Regen und Nebel übernachtet

Die Rettungsmannschaften, insgesamt zehn Mann, mussten am Sonntagabend eine erste Suche abbrechen. Ein Helikopter konnte wegen widriger Wetterbedingungen nicht starten. Bei dichtem Nebel zogen die Rettungsmannschaften am Montagmorgen wieder los. Sie fanden den Vermissten schliesslich auf dem Tomülpassweg.

Der Wanderer hatte die Nacht im Freien bei Regen und Nebel verbracht. Er wurde zuerst mit einem privaten Fahrzeug bis zur Falätscher Hütta gefahren und danach mit dem Rettungswagen ins Kantonsspital nach Chur transportiert.