Zu heftig gefummelt
Walliser Schule verhängt Knutschverbot auf Pausenplatz

Im Walliser Ort Stalden greifen die Behörden gegen allzu verliebte Pärchen durch. Im Reglement ist ein Schmuseverbot eingeführt worden.

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Mit der Anti-Kuss-Regelung will die Schule «ein Zeichen setzen.»

Mit der Anti-Kuss-Regelung will die Schule «ein Zeichen setzen.»

zvg

Schmusen ist in der Walliser Schulgemeinde Stalden tabu. Die Schule hat per Hausordnung ein Kussverbot verhängt. «Auf dem gesamten Schulareal wird nicht geknutscht», zitiert die Sonntagszeitung aus dem Reglement. Die neue Regel ist auf dieses Schuljahr eingeführt worden.

Die Teenager in Stalden haben es offenbar faustdick hinter den Ohren. «Wir hatten mehrere Pärchen, die zwischen den Stundenwechseln und auf dem Pausenplatz ständig geknutscht haben», sagt die Schuldirektorin Christine Wenger. Bei einigen sei es nicht beim Schmusen geblieben: «Man muss schon fast von Fummeln reden. Das hat die Lehrer und Mitschüler gestört.»

Mit der Anti-Kuss-Regelung wolle die Schule «ein Zeichen setzen.» Wer sich nicht an das Schmusverbot hält, bekommt laut Sonntagszeitung gar Strafaufgaben. «Beispielsweise eine Stunde nachsitzen oder das Abschreiben der Hausordnung», so die Direktorin weiter.

Stalden ist eine Nachbargemeinde von Visp. In der Oberstufe drücken rund 70 Jugendliche die Schulbank. Das Knutschverbot habe unter den Schülern für keinerlei Diskussionen gesorgt, versichert die Schuldirektorin weiter.

«Kussverbot in öffentlichem Interesse»

Brave Teenies hin oder her: Darf eine Schule überhaupt das Küssen verbieten?

Die auf Schulrecht spezialisierte Anwältin hat für die Sonntagszeitung das kantonale Gesetz über das öffentliche Unterrichtswesen konsultiert. «Gemäss diesem Gesetz gehört es im Wallis zu den Aufgaben der Schule, den Schüler auf seine Aufgaben als Mensch und Christ mittels sittlicher Erziehung vorzubereiten», sagt die Juristin. Rechtlich sei das Kussverbot daher wohl zulässig. «Für das Schulareal als öffentlichen Raum dürfte ein Kussverbot nach lokaler Ansicht wohl auch im öffentlichen Interesse liegen», sagt Weber-Scherrer. «Das grösste Fragezeichen habe ich bei der Verhältnismässigkeit. Muss Küssen wirklich völlig verboten werden?» (amü)

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