Die Oberwalliser SVP verliess bereits am Mittwoch zu Beginn der Debatte den Saal des Grossen Rates und zeigte sich verärgert über die vielen negativen Voten bei der Eintretensdebatte zur Initiative. Von einem "Bruch mit der Demokratie" sprach Michael Graber im Parlament. Die Initiative sei von über 4000 Stimmberechtigten unterzeichnet worden.

Die SVP Oberwallis weigere sich, eine Debatte über die Gültigkeit der Initiative zu führen. "Oder um es mit den Worten von König Friedrich August III. von Sachsen zu sagen: 'Nu da machd doch eiern Drägg alleene!", wie Graber im Walliser Grossen Rat festhielt.

Während der anschliessenden Debatte hatte die Volksinitiative gegen jegliche Kopfbedeckungen der Schüler an den öffentlichen Schulen im Wallis keine Chance. Die SVP hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie vor allem das Kopftuch im Visier hat.

"Es gibt kein öffentliches Interesse, über irgendwelche Kopfbedeckungen ein Gesetz zu erlassen", sagte Grossrat Thierry Largey der Grünen. Die Initiative wurde einzig von der SVP des französischsprachigen Wallis verteidigt.

Der Grosse Rat erklärte die Initiative schliesslich mit 93 gegen 24 Stimmen bei 4 Enthaltungen für ungültig. Darauf verliess auch die Unterwalliser SVP-Fraktion den Saal. Bei der Schlussabstimmung wurde die Initiative mit 90 gegen 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt.

SVP geht vor Bundesgericht

Die SVP hatte bereits am Mittwoch angekündigt, vor Bundesgericht zu gehen, falls die Volksinitiative für ungültig erklärt werde. Auch wenn die SVP-Initiative abgelehnt wurde, verlangten dennoch mehrere Fraktionen eine grundsätzliche Debatte zum Tragen eines Kopftuches an der Schule.

Bildungsdirektor Christophe Darbellay (CVP) kündigte an, im nächsten Jahr einen pragmatischen Text vorzulegen, der die Verhältnismässigkeit berücksichtigen soll. Er begrüsste den "aussergewöhnlichen Mut" des Parlamentes vom Freitag.