Der Walliser Grosse Rat ist mit seinem Entscheid der Empfehlung seiner Justizkommission gefolgt. Diese hatte sich gegen eine Begnadigung des Hanfbauern ausgesprochen. Zudem hatte das Parlament die Möglichkeit, über eine Teilbegnadigung Rappaz' abzustimmen. Doch auch diese lehnte es ab. Der Walliser Grosse Rat besteht aus 130 Abgeordneten.

Zum Verlauf der Debatte oder den eingebrachten Argumenten wollte Parlamentspräsident Jean-François Copt nichts sagen. Nur so viel: Jeder habe nach seinem Gewissen abgestimmt, sagte er. Der Grund für die kargen Informationen liegt darin, dass das Walliser Parlament über Begnadigungen in geheimen Abstimmungen entscheidet.

Er unterbrach den Hungerstreik zwei Mal

Rappaz hatte seine Haftstrafe wegen schweren Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz und weiterer Delikte am 20. März 2010 angetreten. Aus Protest trat er umgehend in einen Hungerstreik, den er in der Folge zwei Mal unterbrach.

Der Walliser Grossrat hat mit einer deutlichen Mehrheit gegen eine Begnadigung entschieden. Der Hanfbauer Bernard Rappaz muss seine Strafe weiterhin absitzen

Der Walliser Grossrat hat mit einer deutlichen Mehrheit gegen eine Begnadigung entschieden. Der Hanfbauer Bernard Rappaz muss seine Strafe weiterhin absitzen

Insgesamt hungerte der Hanfbauer 196 Tage, davon 84 am Stück. Zurzeit befindet er sich aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes im Universitätsspital Genf (HUG).

Bald dürfte sich Rappaz zudem für weitere Taten vor Gericht verantworten müssen: Ende Juli hatte die Walliser Staatsanwaltschaft dem Kreisgericht Martigny eine neue Anklageschrift überwiesen. Diese betrifft Delikte von 2002 bis 2006. Rappaz' aktuelle Strafe bezieht sich auf frühere Taten.